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Im Elternleben gerätst Du immer wieder in Situationen, in denen Du eine Entscheidung treffen musst und Dich fragst „Was ist das Beste für mein Kind?“. Wenn dann aus Deinem Umfeld noch gut gemeinte Ratschläge dazukommen und selbsternannte Experten ihre Meinung dazugeben, kann das ganz schön verunsichern.

Dabei gibt es meist gar nicht die eine, richtige Antwort. Vielmehr muss jede Familie ihren eigenen, individuellen Weg finden. Wir sagen: Zeit, Du selbst zu sein. Mit LILLYDOO. Deshalb möchten wir in dieser Artikelreihe mit Mamas und Papas über verschiedene große Elternfragen sprechen und hören, wie sie sich entschieden haben.

Viele Eltern wissen aus eigener Erfahrung, dass man den Zeitpunkt einer Schwangerschaft nicht immer punktgenau planen kann. Auch wenn der Altersunterschied zwischen ihren Kindern also nicht immer vorherzusagen ist, machen sich wohl die meisten Eltern bei der Familienplanung Gedanken über den idealen Abstand zwischen den Geschwistern. Manche Familien wünschen sich schon kurz nach der Geburt ihres ersten Babys ein Geschwisterchen für ihren kleinen Entdecker, andere lassen sich bewusst etwas Zeit, um die Doppelbelastung zu entzerren. Zwei LILLYDOO Mamas haben uns erzählt, welchen zeitlichen Abstand sie sich zwischen ihren Kindern gewünscht haben und wie ihre Familienkonstellation nun aussieht.

Lisa-Marie hat Luuk (3) und Mina (2) im Abstand von 15 Monaten bekommen

„Ich habe mir immer gewünscht, zwei Kinder kurz hintereinander zu bekommen und mich gefreut, dass es tatsächlich so passiert ist. Als ich zum zweiten Mal schwanger wurde, war Luuk gerade sechs Monate alt und wir waren überrascht, dass es so schnell wieder geklappt hat. Die Reaktionen aus unserem Umfeld waren gemischt. Einige haben kommentiert, dass das ja sehr schnell ginge und sie sich das nicht vorstellen könnten. Mittlerweile bekomme ich eher Respekt als Reaktion, viele Leute bewundern, wie wir alles hinkriegen.

Die zweite Schwangerschaft war erstmal anstrengend: Ich hatte einen dicken Bauch, aber eben auch ein Baby, das auf meinen Arm wollte. Andererseits vergingen die neun Monate wie im Flug. Für Wehwehchen hatte ich gar keine Zeit und war bis zum Schluss viel aktiver als während der ersten Schwangerschaft. Mein Sohn konnte natürlich noch gar nicht verstehen, dass bald ein zweites Baby da sein wird. Ich habe mit meiner Hebamme darüber gesprochen, wie er es aufnehmen könnte. Als Mina zehn Tage alt war, hat sie mir den Tipp gegeben, das Baby morgens einfach mit ins Bett meines Sohnes zu legen. Zuerst war ich skeptisch, bin ihrem Rat aber gefolgt. Von da an haben sich die beiden geliebt und waren immer zusammen. Mein Sohn saß mit auf dem Wickeltisch, wenn ich Mina gewickelt habe, sie haben zusammen gebadet und machen auch jetzt alles gemeinsam. Das ist so schön zu sehen! Mein Sohn kennt es gar nicht mehr anders, an eine Zeit ohne seine Schwester kann er sich nicht mehr erinnern. Ich glaube, mit einem Altersunterschied von drei oder mehr Jahren wäre die Umstellung für ihn schwieriger gewesen, weil er uns so lange nur für sich gehabt hätte. Für die Kinder finde ich den kurzen Abstand prima. Sie können super zusammen spielen, aber erst, seitdem meine Tochter laufen kann, können sie wirklich etwas miteinander anfangen.

Ich konnte mir einen anderen Abstand gar nicht vorstellen.

Ich muss aber sagen, dass ich die Entwicklungsphase, in der mein Sohn war, als meine Tochter auf die Welt kam, nicht so intensiv wahrgenommen habe. Das merke ich jetzt, da meine Tochter im gleichen Alter ist wie er damals. Wenn man nur ein kleines Kind hat, erlebt man das wahrscheinlich intensiver. Natürlich wäre auch die Organisation mit nur einem Kind einfacher, das könnte dann zu Oma und Opa gehen und ich hätte mal zwei Stunden für mich. So muss ich immer gleich zwei Kinder unterbringen. Ich denke aber, dabei spielt der Altersunterschied keine große Rolle, Einschränkungen hat man immer.

Nach wie vor habe ich gleich zwei kleine Kinder, die auf den Arm wollen. Da muss dann eben auch mal einer warten. Besonders mein Sohn hat das schon früh gelernt, was ihm aber nicht geschadet hat, im Gegenteil! Er ist sehr sensibel und geht rücksichtsvoll mit seiner Schwester um. Manchmal denke ich sogar, als großer Bruder müsste er sie eigentlich ein bisschen mehr ärgern. ;) Natürlich kann sich das Verhältnis auch noch ändern, aber ich wünsche mir, dass die beiden wie Freunde aufwachsen.

Anderen Eltern, die vor einer ähnlichen Situation stehen, würde ich raten, das ältere Kind von Anfang an miteinzubeziehen. Wenn es merkt, dass es sich mit dem neuen Geschwisterchen zurückhalten muss, kann ich mir vorstellen, dass schneller Eifersucht aufkommt. Ich finde es wichtig, die Dinge gemeinsam zu machen, die Kinder zusammenzubringen und ihnen Vertrauen entgegenzubringen.

Generell finde ich, dass sich über den Altersunterschied zwischen Geschwistern niemand ein Urteil bilden sollte, das sollte jede Familie ganz individuell für sich entscheiden.“

Zwischen Anetts Töchtern Emma (9) und Selma (1,5) liegen acht Jahre

„Den großen Altersunterschied habe ich bewusst gewählt, da ich jeweils ausreichend Zeit für meine Töchter haben wollte. Meine Große, Emma, war als Baby zwar pflegeleicht, aber auch oft krank. Zwei kleine Kinder auf einmal kamen da für mich nicht in Frage. Haushalt, Arbeit und zwei Kleinkinder unter einen Hut zu bekommen, ist schwer. Ich habe Respekt vor den Eltern, die das schaffen. Wir haben außerdem ein Haus gekauft und saniert und wollten erstmal ein schönes Umfeld schaffen, bevor wir mit etwas mehr Zeit an das zweite Kind denken. Ein weiterer Grund war, dass ich wieder in den Beruf einsteigen wollte. Ich bin voll berufstätig und mache meinen Meister, mit zwei kleinen Kindern hätte ich erstmal aussetzen müssen. Dabei spielt natürlich auch der finanzielle Aspekt eine Rolle. Einen gewissen Standard zu halten und Dinge wie kleine Ausflüge zu ermöglichen, wäre durch das Aussetzen vom Job mit zwei kleinen Kindern schwierig für uns geworden.

Unser zweites Kind wollten wir deshalb erst bekommen, wenn Emma in der Schule ist. Letztendlich war sie acht, als ihre Schwester Selma auf die Welt kam, und konnte die Zeit mit uns vorher wirklich genießen. Zwischendurch wollte Emma auch gar kein Geschwisterchen mehr. Zwar war zu Beginn die Umstellung für sie groß, dennoch war sie überglücklich, als ihre Schwester dann auf der Welt war und hat sich von Anfang an toll um sie gekümmert. Auch unser Umfeld hat nicht komisch darauf reagiert, dass wir nach acht Jahren noch ein Kind bekommen haben. Alle haben sich mit uns gefreut!

Rückblickend würde ich alles genauso wieder machen.

Die Zeit, als unsere zweite Tochter auf die Welt kam, war sehr anstrengend, unter anderem, weil ich voll gestillt habe. Ich war trotzdem total entspannt und habe mir um viele Dinge gar nicht mehr so viele Gedanken gemacht. Ich wusste ja, was auf mich zukommt. Es war schön, während der Elternzeit auch nochmal mit der Großen zuhause zu sein. Meine Kleine ist allerdings ein absolutes Mamakind und fordert viel Aufmerksamkeit. In einigen Dingen muss Emma immer noch wegstecken, aber sie hat viel Verständnis dafür und ist schon sehr selbstständig geworden. Ich kann mich im Großen und Ganzen auf Selma konzentrieren oder sie auch mal ihrer großen Schwester überlassen. Ich weiß, dass ich mich auf sie verlassen und so mal nebenbei etwas erledigen kann. Natürlich kann ich das nur aus meiner eigenen Perspektive beurteilen, aber besser könnte der Altersunterschied nicht sein. Die Kleine himmelt ihre große Schwester an und will ihr alles nachmachen – genau so, wie man sich das wünscht. Trotzdem sind die beiden extrem unterschiedlich und es gibt auch mal Geschrei. Konflikte bleiben wohl bei keinem Geschwisterpaar aus, egal wie groß der Altersunterschied ist.

Ich würde Eltern, die über die Familienplanung nachdenken, raten, erstmal in Ruhe abzuwarten, wie es mit dem ersten Kind läuft und dann zu entscheiden, wann das zweite folgen soll. Einige Kinder sind super pflegeleicht, andere brauchen vielleicht erstmal viel Aufmerksamkeit. Der wichtigste Tipp ist daher meiner Meinung nach, sich nicht von irgendwelchen vermeintlich idealen Altersabständen beeinflussen zu lassen, sondern auf sein eigenes Bauchgefühl zu hören.“

Zeit, Du selbst zu sein

Vielen Dank an Lisa-Marie und Anett, die uns einen Einblick in ihr Familienleben gegeben haben. Auch wenn der Altersabstand zwischen den Kindern der beiden Mamas so unterschiedlich ist, unterscheiden sich die Familien bei genauerem Hinsehen gar nicht so sehr: Die Geschwister sind füreinander da – auch wenn es zwischendurch mal Streit gibt. Die Eltern sind glücklich mit ihren kleinen Entdeckern – auch wenn sie zwischendurch mal erschöpft sind. Das Familienleben mit mehreren Kindern bietet wohl immer ebenso viele wunderschöne Momente wie Herausforderungen. Der richtige Zeitpunkt für das zweite Kind ist daher für jede Familie ein anderer – und ganz genau planen lässt er sich sowieso nicht. Letztendlich ist nur eines wichtig: Familie ist Familie und das Verhältnis zwischen Geschwistern wird immer ein ganz besonderes sein, egal wie groß oder gering der Altersunterschied ist.

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