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Du bist schwanger und willst nur das Beste für Dein Baby, das in Deinem Bauch heranwächst. Viele Dinge, die noch bis vor wenigen Wochen selbstverständlich zu Deinem Alltag gehört haben, erscheinen Dir deshalb nun möglicherweise riskant und Du stellst Dir die Frage: Darf ich das? Keine Sorge, Du musst Dich die nächsten Monate nicht komplett in Watte packen. Dennoch gibt es einige Dinge, auf die Du jetzt besonders achten solltest. Wir haben Dir eine Übersicht mit den wichtigsten Do’s und Dont’s für die Schwangerschaft zusammengestellt.

Ja, unbedingt

  • Rechtzeitig Folsäure zu Dir nehmen: Folsäure ist an allen Zellteilungs- und Wachstumsprozessen des Körpers beteiligt und daher besonders in der Schwangerschaft unabdingbar. Dein erhöhter Bedarf an dem Vitamin kann nicht ausschließlich über die Nahrung gedeckt werden. Daher ist es wichtig, von Beginn der Schwangerschaft an oder am besten schon in der Kinderwunschphase zusätzlich Folsäure einzunehmen. Im Artikel „Warum Folsäure für Schwangere so wichtig ist“ erfährst Du im Detail, warum das Vitamin gerade jetzt essentiell ist und wie Du auf die empfohlene Folsäuremenge kommst.

  • Auf eine ausgewogene Ernährung achten: Sobald Du schwanger bist, ernährst Du Dein Baby über die Nabelschnur mit und versorgst es mit allen Vitaminen und Nährstoffen, die es für seine Entwicklung benötigt. „Nicht doppelt so viel, sondern doppelt so gut“ lautet bei Deiner Ernährung während der Schwangerschaft die Devise. Worauf Du dabei achten solltest und welche Lebensmittel Du besser weglässt, kannst Du im Artikel „Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft“ genau nachlesen.

  • Deinen Impfstatus prüfen lassen: Sobald Du erfährst, dass Du ein Baby erwartest, lohnt sich ein Besuch bei Deiner Hausärztin/Deinem Hausarzt und ein Blick in den Impfpass. Während Du Immunisierungen mit Lebendimpfstoffen vermeiden solltest, wird eine Grippeimpfung besonders in der Schwangerschaft empfohlen. So kannst Du eine Infektion, die unter Umständen gefährlich für Dich und Dein Baby werden könnte, vermeiden.

  • Sport treiben: Wenn Du schwanger bist, kannst Du viele Sportarten nicht nur bedenkenlos weiter ausführen, sie tun Dir und Deinem Baby sogar richtig gut. Regelmäßige Bewegung stärkt Dein Herz-Kreislauf-System, das nun besonders beansprucht wird, und beugt vielen Schwangerschaftsbeschwerden vor. Welche Sportarten besonders gut geeignet sind und welche Modifikationen mit wachsendem Babybauch notwendig sein können, verraten wir Dir im Artikel „Sport in der Schwangerschaft“.

  • Sex haben: Wenn Du Dich danach fühlst, steht entgegen so mancher Bedenken Sex in der Schwangerschaft nichts im Wege. ;) Nur wenn Blutungen oder Schmerzen auftreten, solltest Du Dich an Deine Hebamme oder Deine Frauenärztin/Deinen Frauenarzt wenden. Ansonsten gilt: Wenn das traute Zusammensein für Glückshormone bei Dir sorgt, geht es auch Deinem Baby gut. Durch die Ausschüttung des Kuschelhormons Oxytocin, welches auch wehenfördernd wirkt, schwört so manche Mama sogar darauf, dass Sex die Geburt angeregt habe. Doch keine Sorge: Dieser Effekt kann erst auftreten, wenn Dein Körper und Dein Baby auch bereit für die Geburt sind.

  • Dir Ruhe und Entspannung gönnen: Dein Körper vollbringt gerade Höchstleistungen, die ein oder andere Extrapause hast Du Dir also redlich verdient. Nichts entspannt Dich mehr als eine Massage? Auch das ist weiterhin möglich – mit einigen Modifikationen: Gegen Ende der Schwangerschaft solltest Du Dich nicht mehr in Rückenlage durchkneten lassen, um die Versorgung Deines Kindes nicht zu gefährden. Dein Bauch sollte, wenn überhaupt, nur ganz sanft massiert werden, um keine frühzeitigen Wehen auszulösen. Viele Hebammen oder professionelle Massagestudios bieten spezielle Schwangerschaftsmassagen an, die genau auf Deine Bedürfnisse zugeschnitten sind.

  • Die Beine hochlegen: Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Indem Du Deine Beine zwischendurch immer mal wieder hochlagerst und viel trinkst, kannst Du schwere Beine, Thrombosen und unangenehme Krampfadern verhindern. Auch Kompressionsstrümpfe wirken diesen unangenehmen Schwangerschafts-Begleiterscheinungen entgegen.

  • Auf Deine Zahnpflege achten: Die Hormonumstellung in der Schwangerschaft sorgt dafür, dass Dein Körper stärker durchblutet wird. Auch Dein Zahnfleisch ist davon betroffen und es kann schneller zu Entzündungen kommen. Um dem vorzubeugen, solltest Du jetzt auf eine besonders intensive Mundpflege mit einer weichen Zahnbürste achten. Leidest Du in den ersten Monaten unter Schwangerschaftsübelkeit und musst Dich übergeben, solltest Du danach etwa eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen warten. In dieser Zeit kann sich die Magensäure in Deinem Mund neutralisieren und der empfindliche Zahnschmelz wird beim Putzen weniger angegriffen.

  • Dein Wochenbett vorbereiten: Das Wochenbett bietet Dir und Deiner Partnerin/Deinem Partner die Gelegenheit, euren kleinen Entdecker in aller Ruhe kennenzulernen und euren neuen Rhythmus als Familie zu finden. Kochen, Wäschewaschen und andere Haushaltsaufgaben treten da erstmal in den Hintergrund. Grund genug, schon vor der Geburt Deinen Nestbautrieb auszuleben, alles auf die Ankunft des neuen Familienmitgliedes vorzubereiten und zum Beispiel durch Vorkochen für gesunde und schnell zuzubereitende Mahlzeiten zu sorgen. Im Artikel „Alles über das Wochenbett und seine Bedeutung“ verrät LILLYDOO Hebamme Sissi, warum das Wochenbett so wichtig ist und wie Du Dich noch darauf vorbereiten kannst.

Nein, besser nicht

  • Alkohol und Nikotin konsumieren: Schon kleine Mengen können das Wachstum Deines Babys negativ beeinflussen und seiner Entwicklung schaden. Auf Zigaretten und alkoholische Getränke solltest Du in der Schwangerschaft also unbedingt vollständig verzichten.

  • Zu viel Sonne genießen: Durch die Hormonumstellung neigt Deine Haut in der Schwangerschaft vermehrt zu Pigmentflecken und ist anfälliger für Rötungen. Es wird außerdem vermutet, dass Sonne Folsäure abbaut, die so wichtig für die Entwicklung Deines Babys ist. Achte deshalb auf den richtigen Sonnenschutz und halte Dich lieber im Schatten als in der prallen Sonne auf.

  • Zu viel Kaffee trinken: Keine Sorge, auf Deinen Kaffee zum Wachwerden musst Du nicht verzichten. Achte aber darauf, nicht mehr als 200 Milligramm Koffein pro Tag zu Dir zu nehmen. Eine größere Menge könnte der Entwicklung Deines Kindes schaden. Lange sitzen: Gerade wenn der Bauch größer wird, drohen bei zu langem Sitzen unangenehme Rückenschmerzen. Du vermeidest sie, indem Du Dich zwischendurch immer mal wieder bewegst. Deine Hebamme kann Dir spezielle Übungen für den Alltag zeigen, die Deinem Körper guttun und Deinen Kreislauf wieder in Schwung bringen.

  • Hektik und Stress zulassen: In einigen Situationen bist Du unter Umständen nicht so belastbar wie vor der Schwangerschaft und reagierst körperlich und emotional empfindlicher. Ein hektischer Tag hin und wieder ist kein Problem, anhaltende Belastung jedoch kann die Entwicklung Deines Babys negativ beeinflussen. Versuche deshalb, Hektik und Stress, der sich auf Dein Baby übertragen kann, in Deinem Alltag so gut wie möglich zu vermeiden (Scroll doch nochmal hoch zum Punkt „Ruhe und Entspannung“ unter „Ja, unbedingt“ ;)).

  • Geröntgt werden: Die Strahlung, der Dein Körper bei einer Röntgenuntersuchung ausgesetzt ist, kann der Entwicklung Deines Kindes schaden. Röntgen solltest Du, wenn nicht unbedingt notwendig, also auf nach der Geburt verschieben.

  • Katzenklo reinigen: Ja, Du hast richtig gelesen. Im Umgang mit Katzen und besonders ihrem Kot herrscht die Gefahr einer Toxoplasmoseansteckung, die Deinem Kind äußerst gefährlich werden kann. Deine Ärztin/Dein Arzt kann mithilfe eines Bluttests klären, ob Du bereits an Toxoplasmose erkrankt warst und somit immun bist. Falls das nicht der Fall ist, kannst Du Deinen felligen Mitbewohner gegen das Virus impfen lassen. Bis dahin sollte Deine Partnerin/Dein Partner die Reinigung des Katzenklos übernehmen.

  • Bestimmte Medikamente einnehmen: Bestimmte Medikamente können der Entwicklung Deines Babys schaden. Dazu können beispielsweise auch chemisch abschwellende Nasensprays gehören, deren zusammenziehende Wirkung auf die Gefäße auch die Gebärmutter beeinflussen und so schlimmstenfalls sogar Wehen auslösen kann. Gefahrlos verwenden kannst Du in der Regel Nasensprays, die Salz- beziehungsweise Meerwasser, Dexpanthenol oder ausgewählte schwangerschaftsverträgliche Inhaltsstoffe beinhalten. Lass Dich von Deiner Ärztin/Deinem Arzt beraten, welches Medikament Du einnehmen kannst und auf welches Du besser verzichtest.

  • Diät halten: Auch wenn sich viele Frauen erst einmal daran gewöhnen müssen, dass sich ihr Körper in der Schwangerschaft verändert und die Waage das ein oder andere Kilo mehr anzeigt: Auf eine Diät solltest Du in dieser Zeit verzichten. Dein Körper versorgt Dein Baby jetzt mit allen wichtigen Nährstoffen für seine Entwicklung, die während einer Diät möglicherweise nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Eine gesunde Gewichtszunahme ist ganz normal und zumindest einen Teil des zusätzlichen Gewichts, den Dein Körper während der Schwangerschaft zur Versorgung Deines Babys angelegt hat, wirst Du nach der Geburt und der damit verbundenen Hormomumstellung ganz automatisch wieder verlieren.

  • Wände streichen: Das Babyzimmer soll in neuem Glanz erstrahlen, bevor Dein kleiner Entdecker darin einzieht? Das Streichen solltest Du dabei besser jemand anderem überlassen. Abgesehen davon, dass Du Dich bei den Renovierungsarbeiten nicht überanstrengen solltest, kann das Einatmen der in herkömmlicher Farbe enthaltenen Lösungsmittel und Chemikalien über einen längeren Zeitraum Deinem Baby schaden. Falls Du trotzdem (mit vielen Pausen) das Kinderzimmer noch vor der Geburt streichen willst, verwende stattdessen also lieber chemiefreie Kalk- oder Lehmfarbe.

  • Zu laute Konzerte besuchen: Musik kann eine beruhigende Wirkung auf Deinen kleinen Entdecker haben, auch dann, wenn er noch nicht auf der Welt ist. Allzu laute Konzerte solltest Du aber auf die Zeit nach der Schwangerschaft verschieben: Extremer oder regelmäßiger Lärm über 90 Dezibel kann Deinem Baby schaden und sogar zu angeborenem Hörverlust führen.

Jein, unter Umständen

  • Fliegen: Du musst beruflich reisen oder möchtest vor der Geburt noch einen ungestörten Babymoon gemeinsam mit Deiner Partnerin/Deinem Partner verbringen? Solange Deine Schwangerschaft komplikationslos verläuft, steht einer Flugreise meist nichts im Wege. Dennoch ist das Fliegen mit Babybauch mit einigen Einschränkungen verbunden. Welche das sind und wie Du Dich auf den Flug vorbereiten kannst, erfährst Du in unserem Artikel „Tipps zum Fliegen in der Schwangerschaft“.

  • Nägel lackieren: Viele Nagellacke enthalten Chemikalien wie Lösungsmittel und Weichmacher. Bisher gibt es keine Studien dazu, welche Auswirkungen diese in der Schwangerschaft haben. Wenn Du auf Nummer sicher gehen möchtest, kannst Du für Deine Maniküre auf sogenannte „free-Nagellacke“ zurückgreifen, die bewusst auf bestimmte Risikosubstanzen und allergieauslösende Stoffe verzichten. Auch beim Nagellackentferner solltest Du darauf achten, dass dieser möglichst frei von Lösungsmitteln wie Aceton ist. Von Gel- und Acrylnägeln ist in der Schwangerschaft generell abzuraten, da diese noch mehr Chemikalien als Nagellack enthalten.

  • Haare färben: Es wird vermutet, dass schädliche Chemikalien aus dem Haarfärbemittel über die Kopfhaut in den Blutkreislauf gelangen und so das ungeborene Kind schädigen können. Ob diese Stoffe tatsächlich zum Baby vordringen, ist umstritten. Wenn Du auf der sicheren Seite sein möchtest, steige für die Dauer der Schwangerschaft am besten auf Strähnchen um, da die Farbe dann nicht mit Deiner Kopfhaut in Berührung kommt. Noch besser ist das Färben mit rein pflanzlicher Haarfarbe, diese kann bedenkenlos verwendet werden.

Auch wenn die Liste mit Dingen, die es jetzt zu beachten gibt, erst einmal lang erscheint: Komplett verzichten musst Du nur auf wenig, und das wird Dir beim Gedanken an Deinen kleinen Entdecker sicher nicht allzu schwerfallen. Viele Dinge sind mit ein wenig Modifikation auch mit Babybauch möglich, sodass Du Deine Schwangerschaft unbeschwert genießen kannst. Wir wünschen Dir alles Gute für die nächsten, aufregenden Monate!

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