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Bei all den Berichten über schmerzende Brustwarzen, Verspannungen oder Milchstau könnte man beinahe den Eindruck bekommen, Stillen sei für frischgebackene Mamas eine dauerhaft schmerzhafte Angelegenheit. Vielen dieser Stillprobleme lässt sich jedoch von vorneherein vorbeugen, indem Du einige Dinge beachtest. :) Wir haben Dir 7 Grundregeln zum richtigen Anlegen zusammengestellt, damit das Stillen für Dich und Dein Baby von Anfang an zu einem schönen Ritual wird.

1. Gute Vorbereitung

Gerade am Anfang kann eine Stillmahlzeit schon mal etwas länger dauern. Tatsächlich gleicht das Stillen nämlich eher einem ausgiebigen Menü als einem schnellen Snack: Als Vorspeise kommt die durstlöschende, kalorienarme Vordermilch aus der Brust und erst danach folgt mit der nahrhafteren, kalorienreicheren Hintermilch die Hauptspeise. Aus diesem Grund lässt Du Dein Baby am besten immer selbst entscheiden, wann die Mahlzeit beendet ist. Und weil das schon mal bis zu einer Stunde dauern kann, ist es praktisch, wenn Du alles, was Du in dieser Zeit brauchen könntest (Buch, Zeitschrift, Kopfhörer, …), in Griffweite hast. Auch ein Toilettengang vor dem Stillen kann manchmal von Vorteil sein. ;)

2. Bequeme Haltung

Mache es Dir beim Stillen so richtig bequem. Denn wie sollst Du Deinem Baby die nötige Ruhe vermitteln, wenn Dein Rücken zwickt, Dein Bein einschläft oder Du Schmerzen in den Schultern bekommst? Polster, (Still-)Kissen und gerollte Handtücher sind wertvolle Helfer für eine angenehme Stillhaltung.

3. Haltung Deines Babys

Damit Dein kleiner Entdecker bequem trinken kann, ist seine Nase oder Oberlippe idealerweise direkt vor Deiner Brustwarze positioniert, während seine Arme rechts und links Deiner Brust ruhen. Um seine Wirbelsäule zu schonen, achte darauf, dass Ohr, Hüfte und Füße eine Linie bilden. Unabhängig von der Stillposition gilt außerdem die Regel „Bauch an Bauch“, das heißt, Dein Baby sollte Dir stets mit seinem Körper zugewandt sein.

4. Kind zur Brust, nicht Brust zum Kind

Damit Du keine Verspannungen durch eine gekrümmte Haltung bekommst, solltest Du immer Dein Baby statt Deiner Brust in die richtige Position bringen. So sorgst Du außerdem dafür, dass Dein Kind die Brustwarze vollständig umschließen kann und beugst dadurch Stillproblemen und Wundsein vor.

5. Anbieten der Brust

Um Deinem Baby die Brust zu Beginn einer Stilleinheit anzubieten, kannst Du sie im C-Griff halten. Dabei umfasst Du Deine Brust mit allen Fingern von unten, nur der Daumen ruht in 3 bis 4 Zentimetern Entfernung vom Warzenhof oben auf. Auf diese Weise kannst Du Deine Brust gut führen und zum Beispiel mit Deiner Brustwarze leicht über die Oberlippe Deines Babys streichen. Das löst den Saugreflex aus und Dein Baby wird seinen Mund öffnen. Sobald dieser weit geöffnet ist, kannst Du Dein Kind zügig zu Deiner Brust führen und „andocken“.

6. Asymmetrisches Anlegen

Das asymmetrische Anlegen beschreibt, wie der Mund Deines Babys an Deiner Brustwarze andockt. Aber warum ist das überhaupt wichtig? Das asymmetrische Anlegen hat verschiedene Vorteile – für Dich und Dein Baby: Dein kleiner Entdecker hat die Brustwarze tiefer im Mund, sodass das Saugen vereinfacht und Deine Brustwarze deutlich weniger strapaziert wird. Außerdem erlaubt es eine effektivere Entleerung der Brust, sodass die Gewichtszunahme Deines Babys gewährleistet ist, ohne dass es stundenlang saugen muss.

Asymetrisches Anlegen

Auf diesen Grafiken kannst Du den Unterschied sehen. Die gestrichelte Linie symbolisiert den Mund Deines Babys – während sich beim symmetrischen Anlegen (linke Abbildung) die Brustwarze mittig im Mund des Kindes befindet, gerade Richtung Rachen zeigend, liegt sie beim asymmetrischen Anlegen (rechte Abbildung) im oberen Mundraum und ist damit nach hinten-oben Richtung Gaumen gerichtet. Sein Mund ist weiter geöffnet und seine Lippen nicht eingestülpt. Beim asymmetrischen Anlegen ist der Kopf Deines Babys zudem leicht gestreckt und es berührt mit seinem Kinn Deine Brust. Zeichen, dass Dein Baby die Brustwarze möglicherweise symmetrisch und damit nicht richtig umfasst, sind zum Beispiel ein sichtbares Doppelkinn, schmatzende oder schnalzende Geräusche beim Trinken oder dass Du Schmerzen beim Stillen hast.

7. Regelmäßiger Positionswechsel

Indem Du zwischen den verschiedenen Stillpositionen abwechselt, vermeidest Du eine einseitige Belastung, die zu wunden Brustwarzen und Verspannungen führen kann. Zudem drückt Dein Baby mit seinem Gesicht auf unterschiedliche Bereiche Deiner Brust, je nachdem wie es liegt. Wenn Du zwischen den verschiedenen Anlegepositionen wechselst, können alle Bereiche gleichmäßig entleert werden und es wird einem Milchstau vorgebeugt. Eine anschauliche Übersicht der gängigsten Stillpositionen findest Du in unserem Magazinartikel „Das kleine Einmaleins der Stillpositionen“. Außerdem erklärt LILLYDOO Hebamme Sissi hier im Video das Wichtigste zum Stillen.

Bei Fragen oder Problemen kannst Du Dich jederzeit an Deine Hebamme und/oder eine Stillberatung wenden. Auch, wenn es etwas Zeit brauchen sollte, bis Du den richtigen Dreh raushast: Mach Dir keine Sorgen, denn ein Hexenwerk ist das Stillen nicht. ;) Sicherlich seid Du und Dein Baby schon bald ein eingespieltes Team und könnt die täglichen Momente der Zweisamkeit in vollen Zügen genießen!

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