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LILLYDOO Kolumnen Path 2 Created with Sketch. Mama, Papa und sechs Kinder
Mama, Papa und sechs Kinder
© Rea Koch

Mama, Papa und sechs Kinder

Zum Internationalen Familientag am 15. Mai möchte LILLYDOO die Familie hochleben lassen. Denn eine Familie ist eine der schönsten und wichtigsten Säulen im Leben. Familie ist aber nicht gleich Familie. Und das ist gut so! Fünf Familien – stellvertretend für die bereichernde Vielfalt an Familien, die es gibt – haben uns Einblick in ihr Leben gewährt. Wir freuen uns, Dir hier ihre spannendenden und sehr persönlichen Geschichten vorzustellen. Vielleicht erkennst Du Dich und Deine Familie an der ein oder anderen Stelle sogar wieder? Doch auch, wenn Deine Familie ganz anders aussieht, sorgt bestimmt auch sie für die Extraladung Glück und Liebe in Deinem Leben.

Diesmal: Rea und ihr Mann Markus, beide 37, haben insgesamt sechs Kinder. In unserem Beitrag berichtet die Großfamilien-Mama von ihrem quirligen Alltag in der Nähe von Flensburg. Den kann man auch auf ihrem Instagram-Kanal ostseeverliebt verfolgen.

Großfamilie, was heißt das überhaupt? Mit wie vielen Kindern gilt man als solche? Und ist es in der heutigen Zeit zu vertreten, eine große Familie zu gründen? Fragen, mit denen mein Mann Markus und ich uns immer wieder beschäftigen! Sei es, weil das Umfeld sich für unser Lebensmodell interessiert oder wir uns selber hinterfragen. Als ich von LILLYDOO gefragt wurde, ob ich anlässlich ihrer Aktion zum Internationalen Tag der Familie diesen Post schreiben würde, habe ich mich wirklich sehr gefreut, denn es ist immer wieder schön, wenn ehrliches Interesse an dem Leben mit vielen Kindern bekundet wird.

Wir sind eine quirlige Großfamilie aus dem hohen Norden, leben in einem 3000 Seelen Dorf bei Flensburg. Markus (37) und ich (ebenfalls 37) sind seit 9 Jahren ein Paar und haben insgesamt sechs Kinder. Ich habe zwei Kinder mit in die Beziehung gebracht: Jonas (16) und Emily (14). Markus seinen Sohn Nici (12). Wir haben zwei gemeinsame Kinder, Noah Lias (3) und Jonna Luna (2), und einen Pflegesohn (4), den wir in diesem Post liebevoll als den Rabauken bezeichnen, da wir seinen Namen nicht nennen dürfen.

Markus kommt selbst aus einer Großfamilie, hat fünf Geschwister. Ich wusste schon früh, dass ich Kinder haben möchte und das am liebsten in hoher Zahl. So schwülstig es klingen mag, aber Kinder sind tatsächlich mein absoluter Lebensinhalt. Als Teenager verdiente ich mir als Babysitterin etwas zum Taschengeld dazu, später betreute ich Tageskinder und arbeitete anschließend als Familienhilfe, bevor mein Mann und ich uns entschieden, Pflegekinder aufzunehmen. Es drehte sich also schon immer alles um die Betreuung und Versorgung von Kindern und Markus und ich sehen dies als unsere Lebensaufgabe.

Große und kleine Hürden

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass das Leben als Großfamilie immer nur einfach ist und alles wie von selbst läuft. Bei uns kommt zum Modell „Leben mit vielen Kindern“ ja noch dazu, dass wir eine Patchwork- und Pflegefamilie sind und unser dreijähriger Sohn Noah Lias vor etwas über einem Jahr an Epilepsie erkrankte. Jeder Faktor ist für sich schon mit gewissen Widrigkeiten verbunden, gebündelt bedeutet es tägliche Arbeit und Einsatz, damit das Familienleben funktioniert. Dass keines der Kinder auf der Strecke bleibt und man so gut es eben geht jedem gerecht wird. Dass man die einzelnen Charaktere, Persönlichkeiten und Wünsche erkennt und sich darauf einstellt. So entschied sich zum Beispiel meine älteste Tochter Emily im vergangenen Jahr dazu, nach elf Jahren bei mir auch mal ganz bei ihrem Papa leben zu wollen und ihn nicht nur als Wochenendvater zu erleben. Eine zwar nachzuvollziehende, aber auch sehr traurige Entscheidung für mich. Aber wir wollen nicht nur in der Theorie erzählen, dass wir auf die individuellen Themen unserer Kinder achten und diese akzeptieren, sondern wollen diese These auch leben. Und so gibt es eben täglich kleinere und größere Schwierigkeiten, die Markus und ich als Groß- und Patchworkfamilie zu meistern haben!

Wenn die Menschen in unserem Lebensumfeld hören, dass wir insgesamt sechs Kinder haben und wir auch Pflegekinder aufnehmen, reichen die Reaktionen von Erstaunen und Respekt über Skepsis bis hin zu Vorurteilen, die man teilweise nur schwer aus den Köpfen der Leute bekommt. Viele können sich einfach überhaupt nicht vorstellen, dass der Alltag mit mehr als den in unserer Gesellschaft üblichen Zwei-Kind-Familien funktioniert. Dass man diese Aufgabe als Bereicherung empfindet und nicht ausschließlich als Belastung. Dass man es nicht als Einschränkung ansieht, nicht jährlich in den Urlaub fahren zu können, ein Wocheneinkauf schnell 300 Euro kostet und spontane Kinobesuche nicht drin sind. Wir können nachvollziehen, dass Menschen gewisse Bedenken und Vorurteile haben, diskutieren auch gern darüber und sind offen für Kritik. Allerdings gilt für uns „Der Ton macht die Musik“ und es kommt schon mal vor, das wir uns mit beleidigenden Kommentaren auseinandersetzen müssen. Aber wir müssen wirklich sagen, dass wir überwiegend positive Reaktionen erhalten und selbst das Vorhaben, unsere Familie noch weiter zu vergrößern, wird aufmunternd aufgenommen.

Unser Großfamilien-Alltag

Der Alltag als Großfamilie unterscheidet sich sicherlich zu dem einer Familie mit vielleicht nur einem oder zwei Kindern. Allerdings sind unsere Pfeiler, nach denen wir unseren Tag gestalten, bestimmt auch für andere Familienmodelle einsetzbar. Wir haben sehr feste Abläufe, Grenzen, Regeln, Rituale und Strukturen. Diese helfen den Kindern und uns, nicht im Chaos zu versinken, Termine nicht zu verpassen und neben all den Aufgaben auch Freiräume zu schaffen.


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Unser Tag beginnt um 4.30 Uhr und ab dem Moment tobt auch schon das Leben. Betten machen und lüften, Kinder waschen und anziehen, die ersten zwei Waschmaschinen anstellen, frühstücken, Noah Lias’ Medikamente verabreichen. Dann alle verabschieden und den Rabauken in den Kindergarten bringen. Auf dem Nachhauseweg noch einkaufen. Zurück zu Hause den Geschirrspüler aus- und wieder einräumen, Müll rausbringen. Dann wird Jonas, der eine Ausbildung zum Koch macht, das erste Mal zur Arbeit gefahren. Er arbeitet in zwei Schichten und wird auch abends von uns noch einmal zur Arbeit gefahren und wieder abgeholt. Wieder zurück heißt es dann Putzen und Aufräumen, zwischendurch immer mal wieder eine Windel wechseln, nach einem Streit trösten, Telefonate mit Ämtern und Ärzten führen. Nachdem wir den Rabauken aus der Kita abgeholt haben, gibt es zu Hause Mittagessen, anschliessend ist Mittagsruhe. Gegen vierzehn Uhr holen wir den Großen von der ersten Schicht ab. Danach findet unsere Knusperzeit statt, in der genascht werden darf. Obst steht den ganzen Tag über geschnibbelt auf unserem Esstisch. Wenn alle den Bauch voller Schoki haben, beginnt das Nachmittagsprogramm: Meistens gehen wir nach draußen, in unseren Garten oder in den Wald. Bei richtig schlechtem Wetter bleiben wir drinnen, singen oder basteln und spielen Brettspiele. Während ich das Abendessen koche, dürfen die Kleinen fernsehen. So gegen achtzehn Uhr wird gegessen. Wir beginnen die Mahlzeit immer mit einem Tischspruch und jeder erzählt von seinem Tag. Je nach Arbeitszeit und Schicht ist dann auch Markus dabei. Nach dem Essen werden die Kleinen bettfertig gemacht und dann geht’s für den Rabauken und die zwei Kleinen ins Bett. Ich räume dann noch auf und regele die Wäsche, bevor ich Jonas von seiner zweiten Schicht abhole. Sollten wir dann noch nicht hundemüde sein, schauen wir fern oder lesen. Großputz wird samstags gemacht und alles, was einfach mal nicht geschafft wird, muss halt warten. Gemeinsame Unternehmungen und Zeit am Wochenende, an dem dann auch Nici bei uns ist, sind uns wichtiger, als ein perfekt gemähter Rasen.

Warum ich mich immer wieder für eine Großfamilie entscheiden würde

Wenn man mich fragen würde, was mich das Leben als Großfamilienmama gelehrt hat, dann würde ich ganz klar antworten „Nimm´ das Leben nicht zu ernst, du kommst da eh´ nicht lebend raus“. Sprich: Ich versuche, mich nicht über Kleinigkeiten aufzuregen – es gibt so viel wichtigere Themen als staubige Bücherregale. Ich bin wirklich Mama aus Leidenschaft und habe manchmal das Gefühl, dass viele Eltern heutzutage einen zu hohen Anspruch an das Leben mit Kindern haben. Sie möchten ihnen möglichst viel bieten und vergessen dabei manchmal, dass es oft die kleinen Dinge sind, die Kinder glücklich machen. Ich glaube, dass das Leben in einer Großfamilie meine Kinder wahnsinnig stark macht. Denn sie wachsen mit Geschwistern auf, die trotz aller Streitereien Weggefährten sind. Kennen es, auch mal zurückzustecken und nicht immer als Erstes dran zu sein. Und wachsen an diesen Erfahrungen. Sicher, sie finden es bestimmt auch mal doof, mit mehreren Geschwistern aufzuwachsen. Und würden alle anderen am liebsten mal auf den Mond schicken. Aber am Ende ist es dann doch einfach schön, dass wir uns alle haben.