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Babyalltag Path 2 Created with Sketch. Die häufigsten Kinderkrankheiten: Scharlach
Die häufigsten Kinderkrankheiten: Scharlach

Die häufigsten Kinderkrankheiten: Scharlach

Symptome, Verlauf und Behandlung

Scharlach ist eine der häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten bei Kindern im Kindergarten- und Schulalter. Auch wenn die Ansteckung durchaus auch noch im Erwachsenenalter möglich ist, gehört Scharlach damit zu den klassischen Kinderkrankheiten. In diesem Artikel erfährst Du, an welchen typischen Symptomen Du erkennst, ob Dein Kind an Scharlach leidet, wie die Krankheit verläuft und wie ihre Behandlung aussieht.

Übertragung

Jeder fünfte bis zehnte Mensch trägt den Scharlach-Erreger (A-Streptokokken) in sich, ohne zwangsläufig selbst daran zu erkranken. Die Bakterien werden schnell übertragen: meist über winzige Speicheltropfen beim Sprechen, Husten oder Niesen (Tröpfcheninfektion), seltener auch über verunreinigte Gegenstände, an denen die Erreger haften (Schmierinfektion). Da Scharlach hochansteckend ist, tritt er besonders häufig an Orten auf, an denen viele Menschen zusammentreffen, wie es im Kindergarten oder in der Schule der Fall ist. Einmal übertragen siedeln sich die ansteckenden Bakterien vor allem im Rachenraum an und dringen dort in die Schleimhäute ein.

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Symptome und Verlauf

Meist vergehen zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit ein bis drei Tage. Nach dieser Inkubationszeit treten die ersten Symptome sehr plötzlich auf. Zu Beginn erinnern Kopfschmerzen, Schlappheit, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Schüttelfrost und rasch ansteigendes Fieber an eine Grippe. Gerade bei Kleinkindern kommt es darüber hinaus oft zu Bauchschmerzen und Erbrechen. Typisch für Scharlach ist außerdem, dass an Gaumen und Rachen rote Flecken auftauchen, die Mandeln entzündet und unter Umständen weiß belegt sind und die Lymphknoten am Hals stark anschwellen. Bis dahin spricht man von einer Streptokokken Angina beziehungsweise Mandelentzündung.

Von Scharlach ist erst dann die Rede, wenn sich nach ein bis zwei Tagen ein feiner, samtartiger Hautausschlag von Achseln, Brustkorb und Leisten über den ganzen Körper ausbreitet. Anders als bei Masern oder Röteln verursacht er keinen Juckreiz. Die Wangen Deines kleinen Entdeckers sind wahrscheinlich stark gerötet, die Haut um den Mund herum bleibt jedoch blass. Ein weiteres typisches Scharlach-Symptom ist die sogenannte Himbeerzunge: Zu Beginn der Krankheit ist die Zunge weiß belegt, nach einigen Tagen rötet sie sich und erinnert mit den erhabenen Geschmackspapillen an eine Himbeere. Nach sechs bis neun Tagen klingen der Hautausschlag und alle weiteren Symptome langsam ab. Kurz darauf kann sich die Haut Deines Kindes, vor allem an seinen Handinnenflächen und Fußsohlen, schälen.

Behandlung

Wenn Dein Kind eine Halsentzündung hat und unter Fieber und Hautausschlag leidet, solltest Du in jedem Fall mit ihm zur Kinderärztin/zum Kinderarzt gehen: Dort kann, wenn nötig mithilfe eines Abstrichs des Rachens, geklärt werden, ob es sich tatsächlich um Scharlach handelt. Scharlach wird in der Regel mit Antibiotika behandelt, die Kindern meist in Form von Saft oder Tabletten verabreicht bekommen. Schon 24 Stunden nach der ersten Einnahme besteht keine Ansteckungsgefahr mehr und auch die Symptome bessern sich merklich. Werden jedoch keine Antibiotika genommen, dauert die Scharlacherkrankung etwa drei Wochen und ist ebenso lange ansteckend. Wenn keine Antibiotikabehandlung stattfindet oder diese zu früh abgebrochen wird, kann es außerdem zu schwerwiegenderen Komplikationen wie Mittelohrentzündung, Nebenhöhlenentzündung oder Lungenentzündung kommen. Früher war besonders die Lungenentzündung eine häufige und gefährliche Folge von Scharlach. Durch die guten Behandlungsmöglichkeiten und dem allgemein besseren Ernährungszustand von Kindern ist sie heute glücklicherweise sehr selten geworden. Auch das sogenannte Rheumatische Fieber, eine Entzündung, die als Autoimmunreaktion als Folge von Scharlach auftreten und Haut, Herz, Gelenke und Gehirn betreffen kann, ist äußerst selten geworden.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Kinder, die die Krankheit ohne Antibiotika durchgestanden haben, immun gegen Scharlach seien – das ist nicht der Fall. Zwar ist Dein Kind nach überstandener Krankheit gegen diejenigen Erreger immun, die den Scharlach bei ihm ausgelöst haben. Da die Krankheit jedoch durch viele verschiedene Streptokokken-Bakterien verursacht werden kann, ist eine vollkommene Immunisierung niemals möglich und der Infekt kann jederzeit durch andere Erreger hervorgerufen werden. Der Irrglaube, deshalb auf Antibiotika zu verzichten, kann unter Umständen sehr gefährlich für Dein Kind werden. Bei einer Scharlacherkrankung solltest Du Dich daher unbedingt an den Behandlungsplan der Kinderärztin/des Kinderarztes halten und die empfohlene Einnahmedauer der Medikamente auch dann einhalten, wenn die Symptome bereits früher abklingen.

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WEITERE MAßNAHMEN

Zusätzlich zur Behandlung durch die Kinderärztin/den Kinderarzt gibt es einiges, das Du tun kannst, damit sich Dein Kind schon bald wieder besser fühlt – mit viel Ruhe und Liebe klappt die Genesung schließlich am besten. :) Solange es ansteckend ist, sollte Dein Kind möglichst wenig Kontakt mit anderen haben, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Kindergarten, KiTa und Co. sind also erstmal tabu, bis die Ärztin/der Arzt entscheidet, wann Dein kleiner Entdecker wieder mit anderen Kindern zusammenkommen darf. Zusätzlich ist es wichtig, die Einrichtung zu informieren, wenn Dein Kind an Scharlach erkrankt ist. Zuhause sind Bettruhe und Schonung essentiell, damit Dein kleiner Patient schnell wieder auf die Beine kommt. Warme Getränke und weiche Nahrung wie Brei oder Suppe tun dem wunden Rachen gut und erleichtern Schluckbeschwerden. Besonders bei Fieber sollte Dein Liebling außerdem viel trinken. Wasser und Kräutertee eignen sich hierbei am besten. Achte darauf, Deine eigenen Hände regelmäßig und gründlich zu waschen, um zu vermeiden, dass Du Dich selbst ansteckst.

Nachdem der Scharlach überstanden ist, dauert es ungefähr vier Wochen, bis sich das Immunsystem erholt hat und wieder normal belastbar ist. Auch dann sollte es Dein Kind erstmal ruhig angehen lassen und sich körperlich nicht überanstrengen: Sport und wildes Toben sind erst nach sechs Wochen wieder angesagt (soweit sich das bei Deinem Kleinkind umsetzen lässt ;)).

Neugeborene können sich in der Regel übrigens nicht mit Scharlach anstecken: Bis zum sechsten Monat tragen sie noch Antikörper der Mutter in sich und genießen den sogenannten Nestschutz. Deinem Kleinkind hingegen kannst Du die Krankheit vermutlich leider nicht ersparen, da es bisher keine Impfung dagegen gibt. Doch keine Sorge: Scharlach lässt sich gut behandeln und die Beschwerden mit den richtigen Maßnahmen deutlich abmildern, sodass Dein Kind schon bald wieder gesund ist. Bis dahin wünschen wir gute Besserung!