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Im Elternleben gerätst Du immer wieder in Situationen, in denen Du eine Entscheidung treffen musst und Dich fragst „Was ist das Beste für mein Kind?“. Wenn dann aus Deinem Umfeld noch gut gemeinte Ratschläge dazukommen und selbsternannte Experten ihre Meinung dazugeben, kann das ganz schön verunsichern.

Dabei gibt es meist gar nicht die eine, richtige Antwort. Vielmehr muss jede Familie ihren eigenen, individuellen Weg finden. Wir sagen: Zeit, Du selbst zu sein. Mit LILLYDOO. Deshalb möchten wir in dieser Artikelreihe mit Mamas und Papas über verschiedene große Elternfragen sprechen und hören, wie sie sich entschieden haben.

Zu diesen wichtigen Entscheidungen gehört – vielleicht schon vor der Geburt, spätestens aber wenn Dein Baby auf der Welt ist – die Frage nach der Schlafsituation. Soll Dein Baby im eigenen Bettchen oder gemeinsam mit Dir und dem Rest der Familie im Familienbett schlafen? In diesem Artikel erzählen zwei Mamas, wofür sie sich entschieden haben, wie es dazu kam und welche Tipps sie anderen Eltern mit auf den Weg geben würden.

LAURE MIT TOCHTER LISELOTTE (9 MONATE)

„Wir haben uns schon vor der Geburt Gedanken dazu gemacht, wo unsere Tochter schlafen wird. Am Anfang wussten wir nicht, wie wir die Schlafsituation angehen sollen, als neue Eltern ist man ja in vielen Situationen verunsichert. Ein Familienbett haben wir nicht von Anfang an ausgeschlossen. Da wir aber kein extragroßes Bett haben, dachten wir, wir probieren es erstmal mit ihrem eigenen. Wir hatten dann nach der Geburt zwei Betten für Liselotte. Ein kleines Babybett, das uns unsere Familie geschenkt hat und das im Schlafzimmer neben unserem Bett stand, und ein größeres Bett in ihrem Kinderzimmer.

Ich weiß aber, dass es sehr wichtig für Babys ist, ganz nah bei den Eltern zu sein und sie gerade am Anfang viel Wärme und Zuneigung brauchen. Die ersten beiden Nächte hat sie deshalb bei uns im Bett geschlafen, wir hatten jedoch immer Angst, dass sie aus dem Bett fallen könnte. Daher waren wir froh, dass wir noch das kleine Babybett hatten, das wir neben unseres stellen konnten und in dem sie nach ein paar Tagen geschlafen hat.

Nach zwei Monaten sollte ich leider mit dem Stillen aufhören, was sicher auch die Schlafsituation beeinflusst hat. Ich kann verstehen, dass es einfacher ist, das Baby bei sich zu haben, wenn man stillt. Mit etwa drei oder vier Monaten war das Babybett dann zu klein. Wir dachten, wir testen jetzt mal aus, unsere Tochter in ihrem eigenen Zimmer im Kinderbett schlafen zu lassen. Ab diesem Zeitpunkt hat sie also komplett alleine in ihrem Zimmer geschlafen. Das hat sich einfach so ergeben und war ein ganz natürlicher Prozess.

Wir wissen, dass wir das große Glück hatten, dass unsere Tochter eigentlich von Anfang an gut geschlafen hat.

Am Anfang war es für mich noch schwierig, dass sie nicht ganz nah bei uns war. Ich habe mir immer Sorgen gemacht, ob sie zum Beispiel noch richtig atmet. Aber durch das Babyphon hören wir ja eigentlich, wenn etwas ist. Gleichzeitig war ich froh, mein Schlafzimmer wieder für mich zu haben. Wenn das Baby bei einem ist, versucht man automatisch immer, möglichst leise zu sein, um es nicht aufzuwecken. In ihrem eigenen Zimmer kann unsere Tochter ruhiger schlafen und wird nicht von uns gestört. Das ist für alle Beteiligten ein Vorteil. ;) Deshalb sind wir froh, dass es schon so früh geklappt hat.

Als Eltern hört man zu allem so viele verschiedene Geschichten und Meinungen, die es manchmal schwer machen, eine Entscheidung zu treffen. Für einige Familien funktioniert das eine, für andere das andere. Mein Tipp für andere Mamas und Papas ist daher, sich nicht zu viele Gedanken zu machen, bevor das Baby da ist. Man muss einfach ein bisschen herumprobieren, um herauszufinden, was zum Baby und zu einem selbst passt. Wenn etwas klappt, super, und wenn nicht, dann findet man eine andere Lösung.“

INES MIT TOCHTER (4 JAHRE) UND SOHN (6 MONATE)

„Bevor meine Tochter geboren wurde, hatten wir keinen konkreten Plan, wie wir die Schlafsituation gestalten wollen. Dass es letztendlich ein Familienbett geworden ist, hat sich einfach so ergeben. Wir haben ein 1,60 Meter großes Bett und als meine Tochter auf die Welt kam, haben wir noch ein Beistellbett danebengestellt. Darin hat sie allerdings nie geschlafen, denn sie konnte am Anfang nur auf uns und später ganz nah bei uns einschlafen. Da ich gestillt habe, schien es mir sowieso am geschicktesten, wenn mein Baby bei mir ist und ich mich zum nächtlichen Stillen nur umdrehen muss. Als sie größer war, habe ich ein größeres Kinderbett als Erweiterung an unser Bett drangestellt, aber auch darin schläft sie nicht gerne. Wir haben das Familienbett also beibehalten, weil wir nie das Gefühl hatten, dass sie alleine schlafen möchte.

Gerade wenn Kinder nachts schlecht schlafen und vielleicht Albträume haben, finde ich das Familienbett praktisch: Man muss nicht immer ins andere Zimmer gehen und darauf warten, bis das Kind wieder eingeschlafen ist – man schläft einfach gemeinsam wieder ein. So bekomme auch ich selbst mehr Schlaf. Dazu finde ich den Gedanken, dass schon kleine Kinder alleine schlafen sollen, recht hart und denke nicht, dass man ihnen durch das gemeinsame Familienbett etwas Falsches antrainiert. Irgendwann kommt bei Kindern automatisch das Bedürfnis auf, alleine zu schlafen. Wenn meine Tochter sagt, sie möchte ein eigenes Bett, bekommt sie das natürlich.

Das gemeinsame Schlafen ist etwas Schönes, das man genießen sollte, solange es geht.

Ich denke, für viele Familien hat das Familienbett auch praktische Gründe aufgrund der Wohnsituation. In Großstädten ist es sehr schwer, eine neue Wohnung zu finden und viele Familien haben vielleicht gar nicht den Raum für ein eigenes Kinderzimmer. Auch wir würden unser Arbeitszimmer räumen, wenn wir merken, dass unsere Tochter alleine schlafen möchte. Momentan schläft sie aber noch zwischen uns in der Mitte des Bettes und der Kleine an meiner Seite im Kinderbett. Er rollt aber auch schon mal rüber oder ich liege mit ihm im Kinderbett. Ich kann mir vorstellen, dass beide Kinder irgendwann gemeinsam in ein geteiltes Zimmer ziehen und dann dort zu zweit schlafen.

Ich würde anderen Eltern raten, bei der Entscheidung der Schlafsituation auch die eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Jeder sollte das machen, was für ihn selbst am wenigsten Arbeit bedeutet. Man muss Kindern so viel geben und macht das ja auch gerne, aber letztendlich sollte man sich für die Schlafsituation und -konstellation entscheiden, bei der man selbst den meisten Schlaf bekommt. ;)“

ZEIT, DU SELBST ZU SEIN

Vielen Dank an Laure und Ines, die ihre individuellen Erfahrungen mit uns geteilt haben! Vom großen Familienbett bis zum eigenen Bett im Kinderzimmer gibt es letztendlich wohl ebenso viele individuelle Schlafkonstellationen wie es unterschiedliche Familien gibt. Egal, ob Du also von Anfang an sicher bist, wie Du Deinen kleinen Entdecker betten willst oder das Ganze erstmal in Ruhe auf Dich zukommen lassen möchtest: Das Wichtigste ist, dass Du und Deine Familie genau die Lösung finden, die für euch am besten funktioniert. Lass Dich dabei nicht von gut gemeinten Ratschlägen oder anderen Meinungen verunsichern, sondern höre stattdessen auf Dein Bauchgefühl und darauf, was Deinem Baby guttut. Wir hoffen, dass Dir die Erfahrungsberichte unserer beiden LILLYDOO Mamas gezeigt haben, dass es für viele Dinge nicht die eine richtige Entscheidung gibt, sondern dass es sich lohnt, auch bei den zahlreichen Fragen des Elternseins ganz Du selbst zu sein. :)

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