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Schwangerschaft Path 2 Created with Sketch. Tipps und Tricks zur Hebammensuche
Tipps und Tricks zur Hebammensuche

Tipps und Tricks zur Hebammensuche

So findest Du die passende Unterstützung für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett

Du bist schwanger und auf der Suche nach einer Hebamme? Egal ob Hausgeburt, Geburtshaus oder Klinik – in Zeiten von akutem Hebammenmangel ist es leider oftmals gar nicht so einfach, eine Hebamme zu finden. Daher findest Du in diesem Artikel Tipps, wie Du bei der Hebammensuche am besten vorgehst. So viel vorab: Je früher Du beginnst, desto besser!  

Was macht eine Hebamme und brauche ich überhaupt eine?

Hebammen sind Fachfrauen (oder -männer) rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Eine Hebamme kann von Beginn an alle Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen, inklusive der empfohlenen Blutabnahmen, vornehmen. Lediglich die drei vorgesehenen Ultraschalluntersuchungen und eventuelle zusätzliche Pränataldiagnostik muss eine Frauenärztin/ein Frauenarzt durchführen.

Deine Hebamme kann Dich außerdem bei der Geburtsvorbereitung unterstützen und die Geburtsbetreuung zuhause, im Geburtshaus oder im Belegkreissaal übernehmen. In Deutschland muss übrigens bei jeder Geburt eine Hebamme anwesend sein – eine Ärztin/ein Arzt jedoch nicht zwingend. Wenn Dein Baby dann auf der Welt ist, begleitet Deine Hebamme Dich durch das Wochenbett und übernimmt bis zu 12 Wochen lang Hausbesuche, bei denen sie nach Dir und Deinem kleinen Entdecker schaut, Dir Fragen beantwortet und Dich beispielsweise zum Stillen berät. Viele Hebammen leiten außerdem Kurse für Rückbildungsgymnastik. Nicht jede Hebamme bietet jede Leistung an, was jedoch alle Hebammen gemeinsam haben ist, dass sie während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett Deine Ansprechpartnerin bei Sorgen, Ängsten und Problemen sind.

Zusätzlich zu ihrem Angebot unterscheiden sich Hebammen auch dahingehend, ob sie festangestellt, freiberuflich oder als Beleghebamme tätig sind. Festangestellte Hebammen sind im Schichtdienst im Krankenhaus angestellt, wo sie Geburten und frischgebackene Mütter begleiten. Es kann also sein, dass Dich über die Dauer der Geburt mehrere Hebammen betreuen, weil eine Schicht endet und die nächste beginnt. Da im Krankenhaus mehrere Frauen gleichzeitig entbinden, sind die Hebammen dort außerdem oft für mehrere Geburten parallel zuständig, sodass die Betreuung unter Umständen nicht ganz so intensiv ist, wie mit einer Beleghebamme, die nur für Dich da ist. Dafür ist Dir die Betreuung der festangestellten Hebammen jedoch automatisch sicher, wenn Du Dein Baby in der Klinik bekommst und Du musst Dich nicht selbst darum kümmern. Freiberufliche Hebammen haben entweder eine eigene Hebammenpraxis oder begleiten Geburten zuhause oder im Geburtshaus. Geburtshilfe im Krankenhaus übernehmen sie nur dann, wenn sie dort einen Vertrag als Beleghebamme haben. Sie „mieten“ dann für die Geburt einen Raum und die Infrastruktur des Krankenhauses, sind aber dennoch unabhängig tätig. Mit einer selbstständigen oder einer Beleghebamme bist Du sicher, während der gesamten Geburt eine Dir bekannte Unterstützung an Deiner Seite zu haben.

Übrigens sind nicht nur Frauen als Hebammen tätig: Auch wenn sie gegenüber ihren Kolleginnen noch deutlich in der Unterzahl sind, lassen sich immer mehr Männer zur Hebamme ausbilden. Die männliche Berufsbezeichnung lautet offiziell Entbindungshelfer. In den LILLYDOO Artikeln verwenden wir jeweils nur den Begriff Hebammen zur Benennung aller Ausübenden dieses Berufes – auch deshalb, weil die Bezeichnung Entbindungshelfer dem umfassenden Tätigkeitsfeld vor und nach der Geburt nicht ganz gerecht wird. Ebenso wie weibliche Hebammen unterstützen ihre männlichen Kollegen Mütter während der Schwangerschaft, Geburt, im Wochenbett und in der Stillzeit.

Rechtlich steht jeder Schwangeren die Betreuung durch eine Hebamme zu. Laut § 24d des Sozialgesetzbuches hat jede Versicherte während der Schwangerschaft Anspruch auf ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe zur Vorsorge, bei und nach der Entbindung und während der Wochenbettbetreuung bis zu 12 Wochen nach der Geburt. Diese Leistungen übernimmt also in der Regel Deine Krankenversicherung. Entscheidest Du Dich für eine Beleghebamme, egal ob im Krankenhaus, im Geburtshaus oder bei einer Hausgeburt, musst Du die Kosten für die Rufbereitschaft Deiner Hebamme hingegen privat übernehmen. Viele Hebammen bieten neben den gesetzlichen Leistungen verschiedene Zusatzleistungen wie zum Beispiel Schwangerschaftsgymnastik, Yoga oder Massagen an. Auch für diese musst Du privat aufkommen, wenn Du sie in Anspruch nimmst. Erkundige Dich am besten direkt bei Deiner Krankenkasse, welche Leistungen Dir zustehen.

Ob und in welchem Umfang Du die Betreuung durch eine Hebamme wählst, bleibt Dir selbst überlassen. Du kannst beispielsweise die Vorsorge durch eine Hebamme mit der bei Deiner Frauenärztin/Deinem Frauenarzt kombinieren. Du hast auch die Möglichkeit, Dir eine Hebamme nur für die Nachsorge zuhause zu suchen, auch wenn die Vorsorge zuvor bei der Ärztin/beim Arzt und die Geburt in einer Klink stattgefunden hat.

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Wo finde ich eine Hebamme und wann sollte ich mit der Suche beginnen?

Wenn Du schon während der Schwangerschaft gerne eine Hebamme an Deiner Seite hättest, solltest Du Dich so früh wie möglich auf die Suche machen – besonders dann, wenn Du Dir eine Hausgeburt oder eine Geburt mit einer Beleghebamme wünschst. LILLYDOO Hebamme Sissi rät, schon mit dem positiven Schwangerschaftstest mit der Suche zu beginnen. Mach Dir keine Sorgen, dass das im ersten, kritischen Trimester noch zu früh sein könnte. Im Falle einer frühen Fehlgeburt ist Deine Hebamme für Dich da und wird an Deiner Seite sein. Auch die Suche nach einer reinen Nachsorgehebamme solltest Du nicht allzu lange vor Dir herschieben. Die Wochenbettbetreuung zuhause ist mit viel Aufwand verbunden, weshalb Hebammen nur begrenzte Kapazitäten haben. Falls Du Dich erst im Krankenhaus entscheidest, von einer Wochenbettbetreuung zuhause Gebrauch zu machen, können Dich das Krankenhauspersonal beziehungsweise die dortigen Hebammen dabei unterstützen, eine Hebamme für die nächsten Wochen zu finden.

Nach dem „Wann?“ stellt sich die Frage nach dem „Wo?“. Eine offizielle Hebammenliste findest Du auf der Seite des Deutschen Hebammenverbandes. Viele Städte und Gemeinden führen außerdem regionale Hebammenlisten. Alternativ kannst Du Dich auch bei Deiner Frauenärztin/Deinem Frauenarzt informieren oder Dir persönliche Empfehlungen von anderen Eltern aus Deinem Freundes- und Bekanntenkreis geben lassen.

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Wie gehe ich bei der Suche vor?

Bevor Du jede Hebamme in Deinem Umkreis kontaktierst lohnt es sich, Dir vorher einige Gedanken zu Deinen Wünschen und Vorstellungen zu machen. Fragen, die Du Dir stellen kannst, sind beispielsweise:

  • Worauf lege ich Wert und was möchte ich nicht?
  • Was für eine Geburt wünsche ich mir?
  • Welche Hebammenleistungen möchte ich in Anspruch nehmen?

Im nächsten Schritt verschaffst Du Dir (zum Beispiel mit Hilfe des Internets) einen Überblick, welche Hebammen in Deinem Umkreis Schwangere übernehmen. Die meisten Hebammen haben einen begrenzten Einzugsbereich, damit sie all ihren Frauen gerecht werden und auch im Notfall schnell vor Ort sein können. Wenn das individuelle Angebot einer Hebamme zu Deinen Vorstellungen passt, kannst Du sie telefonisch oder per Mail kontaktieren. Dabei kannst Du ruhig schon etwas über Dich erzählen, beispielsweise wann Dein errechneter Geburtstermin ist, Dein wievieltes Kind Du erwartest und wo Du genau wohnst. So bekommt die Hebamme einen ersten Eindruck von Dir und kann schneller einschätzen, ob sie für Deine Betreuung in Frage kommst.

Da sich die Suche nach der passenden Hebamme durchaus schwierig gestalten kann, lohnt es sich, direkt mehr als eine zu kontaktieren. Um den Überblick zu behalten, ist es hilfreich, Dir eine Übersichtsliste mit dem jeweiligen Status Deiner Anfrage anzulegen. LILLYDOO Hebamme Sissis Tipp lautet außerdem: Ausdauer zeigen! Aus ihrer eigenen Erfahrung weiß Sissi, dass eine Anfrage im oft hektischen Hebammenalltag durchaus mal untergehen kann. Wenn Du keine Rückmeldung bekommst, hake also ruhig noch einmal freundlich nach.

Du hast Deine Wunschhebamme erreicht und sie ist verfügbar? Dann ist der nächste Schritt ein persönliches Vorgespräch, das entweder bei Dir zuhause, in der Hebammenpraxis oder im Geburtshaus stattfindet. Auch die Kosten für ein Vorgespräch übernimmt normalerweise Deine Krankenkasse, wenn Du eine Geburt außerhalb der Klinik planst sogar zwei. Andersherum heißt das allerdings, dass Du die Kosten für alle weiteren Gespräche selbst tragen musst, falls Du mehrere Hebammen kennenlernen möchtest.

Beim ersten Treffen lernen Du und die Hebamme euch erstmal gegenseitig kennen. Sie möchte eventuell mehr vom bisherigen Verlauf Deiner Schwangerschaft oder vorherigen Schwangerschaften sowie Deinen Erwartungen und Wünschen erfahren. Gleichzeitig hast Du natürlich auch die Gelegenheit, sie mit Fragen zu löchern. Das können zum Beispiel folgende sein:

  • Wie lange ist sie schon Hebamme?
  • Was ist ihre Meinung zu Themen, die Dir wichtig sind (Stillen, Homöopathie, Wunschkaiserschnitt…)?
  • Wie läuft die Betreuung bei ihr ab?
  • Macht sie Hausbesuche? Wenn ja, wie oft und wie lange?
  • Ist sie bei Fragen zwischendurch auch telefonisch oder per Mail erreichbar?
  • Hat sie eine Vertretung für den Notfall?

Unter Umständen ist Deine Partnerin/Dein Partner beim Vorgespräch dabei, erkundige Dich am besten vorher, ob das möglich oder sogar erwünscht ist.

Deine Hebamme erfüllt viele oder sogar alle Deiner Vorstellungen? Herzlichen Glückwunsch! Noch wichtiger als jede Checkliste ist bei der Entscheidung allerdings Dein Bauchgefühl. Die richtige Hebamme für Dich ist nicht unbedingt die mit den meisten Qualifikationen oder dem größten Angebot. Die beste Hebamme für Dich ist die, bei der Du Dich aufgehoben fühlst, der Du vertraust und bei der Du entspannen kannst.

Unsere LILLYDOO Hebamme Sissi hat noch einige Tipps für die Hebammensuche aus ihrer täglichen Erfahrung, die sie Dir im Video mit auf den Weg geben möchte:

Sicher hast Du schon gehört oder sogar selbst erfahren, dass sich die Hebammensuche schwierig gestalten kann. In vielen Krankenhäusern herrscht Personalmangel, sodass die dort tätigen Hebammen oft mehrere Geburten parallel betreuen müssen. Auch freiberuflich arbeitende Hebammen bekommen häufig so viele Anfragen, dass sie Frauen ablehnen müssen oder weniger Zeit für die einzelnen Schwangeren haben. Da Hebammen wertvolle und unersetzliche Arbeit leisten, ist es wichtig, auf den Mangel hinzuweisen. Wenn Du keine Hebamme gefunden hast, kannst Du die Unterversorgung online melden und dabei helfen, Zahlen zum Hebammenmangel in Deutschland zu erfassen.

Auch wenn die Suche nach einer passenden Hebamme nicht immer einfach ist: Gib die Hoffnung nicht auf. Wir wünschen Dir, dass Du genau die richtige Hebamme für Dich findest. :)