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LILLYDOO Kolumnen Path 2 Created with Sketch. Vater werden: Die Geburt als älterer Papa
Vater werden: Die Geburt als älterer Papa

Vater werden:
Die Geburt als älterer Papa

LILLYDOO Papas erzählen von ihren Geburtserfahrungen

Bei Themen rund um Schwangerschaft und Geburt liegt es in der Natur der Sache, dass häufig die werdenden Mamas im Fokus stehen. Kein Wunder, schließlich leisten sie bei der Geburt ganz Großartiges. Doch was ist eigentlich mit all den Papas, die sie dabei unterstützen?

Wir möchten in dieser Kolumne einmal die Väter zu Wort kommen lassen! Alle zwei Wochen teilt daher ein anderer Papa seine ganz persönliche Sicht auf die Geburt. Haus- oder Klinikgeburt? Frühchen oder Mehrlinge? Wassergeburt oder Kaiserschnitt? Unsere LILLYDOO Papas teilen ihr ganz persönliches Geburtserlebnis und haben dabei jede Menge zu erzählen.

Tilman aus Crailsheim wurde mit 54 Jahren noch einmal Vater. Warum er über 30 Jahre nach der Geburt seiner ersten Tochter diesen Entschluss fasste und warum er bei der Geburtsvorbereitung Gelassenheit für das Allerwichtigste hält, verrät er in dieser Kolumne.

Steckbrief:

  • Name: Tilman
  • Alter: 54
  • Kinder:
    • Ältere Tochter, geboren 1983
    • Tochter Maja, geboren im Juli 2018
  • Die Geburt in Emojis:
    🕕😣🕚🚗🏥🕖👨🏻‍⚕️‍🔪💉👶💑💕 💞👨‍👩‍👧️

1. Hast Du Dich in irgendeiner Form auf die Geburt vorbereitet und hast Du das Gefühl, dass es Dir etwas gebracht hat?

Meine Frau hat einen Geburtsvorbereitungskurs besucht, bei dem hin und wieder die Väter dabei sein durften. So konnte ich mich dort mit anderen Eltern austauschen. Ansonsten hatten wir uns ein paar Bücher zum Thema zugelegt, in denen wir nachgeschlagen haben, wenn eine Frage auftauchte. Und natürlich haben wir auch im Internet ein paar Sachen recherchiert. Das war im Großen und Ganzen aber auch das Einzige, was ich an Vorbereitung gemacht habe. Da meine Frau und ich beide dazu neigen, etwas zu verkopfen, haben wir versucht, die Geburtsvorbereitung relativ locker anzugehen und uns vorher nicht zu viele Gedanken zu machen.

Ich hätte vor der Geburt nie gedacht, …

… dass unsere Tochter uns, trotz aller Mühen, so viel Freude bereitet.

2. Wie lief die Geburt ab und wie hast Du sie erlebt?

Bei meiner ersten Tochter war ich nicht bei der Geburt dabei. Damals war das auch gar nicht so üblich oder erwünscht, dass der Mann die Geburt miterlebt. Inzwischen hat da definitiv ein Paradigmenwechsel stattgefunden und das ist meiner Meinung nach auch gut so. Meine damalige Freundin und ich waren noch sehr jung, als sie schwanger wurde. Leider kam meine ältere Tochter in der folgenden Entwicklung dann in eine Pflegefamilie und ist quasi komplett ohne mich aufgewachsen. Diese Tatsache hat definitiv dazu beigetragen, dass ich mich dafür entschieden habe, so spät noch einmal Papa zu werden: Diesmal wollte ich alles ganz bewusst miterleben.

Bei Majas Geburt gingen etwa um 18 Uhr die Wehen los. Durch den Geburtsvorbereitungskurs wussten wir, dass wir uns Zeit lassen können und sind "erst" um 23 Uhr ins Krankenhaus gefahren. Da kamen die Wehen dann nämlich bereits im Drei-Minuten-Abstand. Ursprünglich wollte meine Frau gerne einen Kaiserschnitt, da sie als Physiotherapeutin gut (vielleicht zu gut?) über die möglichen Komplikationen einer natürlichen Geburt informiert war. Nachdem wir uns aber während der Schwangerschaft in der Klinik vorgestellt hatten, änderte sie ihre Meinung und wollte es doch auf natürlichem Weg versuchen.

Wir waren in einem Familienzimmer im Kreißsaal untergebracht und meine Frau bekam erstmal Schmerzmittel, in der Hoffnung, dass sie wenigstens ein bisschen schlafen kann – gar nicht so einfach bei dem Gepiepse des Wehenschreibers. Ich konnte etwas besser schlafen, Männer tun sich da ja bekanntlich leichter. ;) Aber auch nach dem Aufwachen hieß es weiter warten, warten, warten. Trotz Presswehen senkte sich unsere Kleine allerdings nicht weiter. Als die Ärztin irgendwann anfing, auf die mit „Saugglocke“ beschriftete Schublade zu schielen, haben wir beschlossen, dass das ja so keinen Sinn hat und wir gerne doch einen Kaiserschnitt hätten. Ich durfte dann auch im OP mit dabei sein, um meiner Frau durch Händchenhalten beizustehen (durch eine vorher gelegte PDA war eine Vollnarkose nicht nötig). Somit hat sich die Geburt ganz schön hingezogen. Insgesamt waren es 24 Stunden Wehen, bevor am Ende doch noch der Kaiserschnitt notwendig wurde. Im Nachhinein betrachtet war der Kaiserschnitt auf jeden Fall die richtige Entscheidung, denn nach den Angaben der Hebamme über Majas Zustand hätte diese die Geburt mit der Saugglocke wohl nicht unbeschadet überstanden.

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3. Gibt es etwas, was Du bei der nächsten Geburt anders machen würdest?

Jetzt mal rein hypothetisch gedacht: Nein. Unser Motto war immer: „Gelassene Eltern ergeben ruhige Kinder“. Daher war unser Ziel, die ersten Bonding-Momente nach der Geburt ganz in Ruhe und stressfrei zu genießen. Die erste Nacht hat unsere Tochter auf meinem Bauch verbracht – eine Wahnsinnerfahrung, die Kleine schlafend auf mir liegen zu haben. Wir hatten auch nach dem Kaiserschnitt wieder ein Familienzimmer im Krankenhaus. In den fünf Tagen, die wir noch in der Klinik bleiben mussten, hatten wir das ganz für uns allein, ohne Störungen. Die Schwestern und Hebammen haben wir nicht als Störung empfunden, sie haben uns über die ersten Unsicherheiten hinweggeholfen und so zu einer ruhigen, entspannten Atmosphäre beigetragen.

Die Entwicklung unserer Tochter scheint unsere These zu bestätigen. ;) Wir haben ein wirklich braves und pflegeleichtes Kind. O-Ton meines Vaters, als er die Kleine nach drei Monaten das erste Mal in einer Situation erwischt hat, in der sie nicht so gut drauf war: „Ich höre sie jetzt zum ersten Mal schreien.“

Ich glaube auch, dass mein Alter mich definitiv gelassener gemacht hat – sowohl während als auch nach der Geburt. Es ist zwar nicht immer leicht, die Ruhe zu bewahren, da es einen natürlich unter Druck setzt, wenn das Baby schreit, aber mit fortschreitendem Alter lernt man, sich zu sagen „das ist eine Phase, das geht auch vorbei“ und diese innere Ruhe kann man dann natürlich auch dem Kind vermitteln.

Ich beneide meine Partnerin darum, …

… dass sie stillen kann.

4. Was würdest Du anderen Papas für die Geburtsvorbereitung empfehlen?

Mein Tipp betrifft eher die Zeit nach der Geburt und ist eigentlich ganz simpel: Versuche vor allem Rückhalt, Stütze und auch ein bisschen Kummerkasten für Deine Frau zu sein. Meiner Erfahrung nach kann man seine Frau so nach der Geburt am besten unterstützen. Mit einer gelassenen Grundeinstellung an die Sache heranzugehen ist halt nur die eine Seite, auf der anderen Seite sieht man sich mit einer Flut von neuen Emotionen konfrontiert, die auch erst einmal verarbeitet sein wollen.

Denn tendenziell befindet man sich als frischgebackener Elternteil schnell an der Grenze zur Überforderung. Durch das Stillen verbringt die Frau noch mal mehr und intensiver Zeit mit dem Kind und hat dadurch vielleicht einen noch größeren Schlafmangel. Da hilft es, wenn man als Vater der Ruhepol ist, der vermittelt, dass es keinen Grund für einen Nervenzusammenbruch gibt. ;) Hilfreich ist dabei auch ein Umfeld (Freunde, Verwandtschaft), welches einem unterstützend zur Seite steht.

Manchmal kommen ja dann als frischgebackene Mama dennoch Selbstzweifel nach dem Motto „Schaff ich das alles?“ dazu, die eigentlich gar nicht notwendig wären. Ich habe festgestellt, wenn ich meiner Frau die positive Rückmeldung gebe, dass sie das gut macht und wir das gemeinsam meistern, auch bei ihr die Gelassenheit zurückkehrt. Und spätestens, wenn unsere Tochter wieder ihr bezauberndes Lächeln anknipst, ist sowieso (fast) alles wieder vergessen.