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Wenn das eigene Baby zum allerersten Mal krank ist und Fieber hat, sind viele Eltern in großer Sorge. Häufig ist das sogenannte 3-Tage-Fieber die erste Kinderkrankheit, mit der sich Dein kleiner Entdecker ansteckt. Da es meist harmlos verläuft, sind die Sorgen aber in der Regel unbegründet. Doch woran erkennst Du, ob es sich tatsächlich um das 3-Tage-Fieber und nicht doch um einen anderen Infekt handelt? Diese und weitere Infos rund um die Viruserkrankung findest Du in unserem Artikel.

Übertragung

Das 3-Tage-Fieber (medizinisch Exanthema subitum oder Roseola infantum) ist eine hochansteckende, aber weitgehend harmlose Viruserkrankung. Der Erreger ist ein menschliches Herpesvirus (HHV-6 oder HHV-7), das über eine Tröpfcheninfektion, also Niesen, Sprechen oder Husten, weitergegeben wird. Da etwa 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung das Virus in sich trägt, kann es auch sein, dass Du es selbst an Dein Kind überträgst, beispielsweise wenn Du es küsst. Die meisten Babys und Kleinkinder erkranken zwischen dem sechsten und 15. Lebensmonat am 3-Tage-Fieber.

Symptome und Verlauf

Die Inkubationszeit nach der Ansteckung mit dem 3-Tage-Fieber beträgt zwischen sieben und 17 Tagen. Dann tritt ganz plötzlich Fieber auf, das über 40 Grad Celsius steigen kann und drei bis vier Tage anhält, bevor es schlagartig wieder zurückgeht. Weitere Symptome, an denen Dein kleiner Entdecker unter Umständen leidet, sind Erbrechen, Durchfall, ein entzündeter Rachen, geschwollene Lymphknoten oder Augenlider, eine laufende Nase oder Husten. Bei Säuglingen, die sich mit dem 3-Tage-Fieber infiziert haben, wölbt sich außerdem oftmals die Fontanelle nach vorne und spannt. Anschließend an das Fieber kann es sein, dass sich innerhalb weniger Stunden ein kleinflächiger, roter Hautausschlag über den Körper Deines Kindes ausbreitet. Dieser hält meist zwei bis drei Tage an, bevor er wieder verschwindet. Bei einigen Kindern tritt er auch überhaupt nicht auf. Insgesamt verläuft das 3-Tage-Fieber in der Regel recht harmlos. Viele Kinder haben überhaupt keine oder nur schwache Symptome, sodass die Infektion in viele Fällen sogar unbemerkt verläuft.

Komplikationen

Auch wenn die meisten Kinder das 3-Tage-Fieber problemlos überstehen, gibt es einige Komplikationen, die unter Umständen auftreten können. Bei bis zu einem Viertel der kleinen Patienten kommt es während des 3-Tage-Fiebers zu Fieberkrämpfen. Dabei verliert das Kind kurzzeitig das Bewusstsein und zuckt mit Armen und Beinen. Es kann ziemlich erschreckend sein, einen solchen Krampf, der stark an einen epileptischen Anfall erinnert, an Deinem Kind zu beobachten. Aber keine Sorge: Fieberkrämpfe sind harmlos und hinterlassen keine bleibenden Schäden. Wenn Dein kleiner Entdecker einen akuten Anfall hat, kannst Du ihn hochnehmen und für frische Luft sorgen, sodass er ungehindert atmen kann. Nach wenigen Minuten ist der Fieberkrampf dann meist überstanden. Sollte es sich um den ersten Fieberkrampf bei Deinem Baby handeln, solltest Du mit Deiner Kinderärztin/Deinem Kinderarzt sprechen, um andere Ursachen als das 3-Tage-Fieber auszuschließen. In sehr seltenen Fällen, insbesondere bei älteren oder immungeschwächten Kindern, kann in Folge des 3-Tage-Fiebers eine Lungenentzündung auftreten, noch seltener kommt es zu einer Entzündung des Gehirns, der Leber oder des Knochenmarks.

Behandlung

Durch die diffusen Symptome ist eine genaue Diagnose schwer. Ob Dein Kind tatsächlich am 3-Tage-Fieber erkrankt ist, kann die Kinderärztin/der Kinderarzt erst nach Rückgang des Fiebers und beim Auftreten des typischen Hautausschlags mit Sicherheit sagen. Wenn eine Diagnose früher notwendig ist, beispielsweise bei immungeschwächten Kindern oder einer sehr starken Erkrankung, kann das Virus auch im Blut, Speichel oder in der Hirnflüssigkeit nachgewiesen werden. Aufgrund des teils hohen Fiebers wirken einige Kinder schwer krank und viele Eltern vermuten zunächst andere Krankheiten. Ist Dein Baby unter drei Monaten, solltest Du bei Fieber in jedem Fall zur Kinderärztin/zum Kinderarzt oder in die Kinderklinik gehen, um andere, ernstzunehmende Ursachen ausschließen zu können. Wenn Dein Kind älter als drei Monate ist, ist ein Arztbesuch nicht unbedingt sofort, aber innerhalb der nächsten Stunden ratsam. Eine Behandlung des 3-Tage-Fiebers ist jedoch selbst mit einer eindeutigen Diagnose nicht möglich, Du kannst lediglich die Symptome Deines kleinen Entdeckers lindern:

  • Achte darauf, dass Dein Kind genug trinkt, um den durch das Fieber verursachten Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Wenn es nicht trinken will, solltest Du Dich sofort an Deine Ärztin/Deinen Arzt wenden. Hat Dein Kind einige Tage lang keinen großen Appetit und isst nur wenig, trinkt aber ausreichend, ist das hingegen erstmal kein Grund zur Sorge.

  • Den Kontakt zu anderen Kindern solltest Du aufgrund der Ansteckungsgefahr meiden. Zuhause ist stattdessen Bettruhe für Deinen kleinen Entdecker angesagt.

  • Hausmittel wie lauwarme Wadenwickel können das Fieber senken. Medikamente mit fiebersenkender Wirkung hingegen solltest Du nur nach vorheriger Absprache mit Deiner Ärztin/Deinem Arzt geben.

Weitere Tipps findest Du in unserem Artikel „Fieber bei Babys und Kleinkindern“.

Impfung und Schutz

Eine Impfung gegen das 3-Tage-Fieber gibt es nicht und da die Infektion hochansteckend ist, ist ein Schutz davor kaum möglich. So haben bis zum Ende ihres zweiten Lebensjahres etwa 95 Prozent aller Kinder das 3-Tage-Fieber – unter Umständen unbemerkt – durchgemacht. Die gute Nachricht: Ist die Krankheit einmal ausgestanden, ist Dein kleiner Liebling ein Leben lang dagegen immun.

Starkes Fieber und ein unerklärlicher Hautausschlag – viele Eltern sind erstmal geschockt, wenn ihr meist noch kleines Baby plötzlich diese Symptome zeigt. Doch sein Name lässt es bereits vermuten: Das 3-Tage-Fieber verschwindet glücklicherweise genauso schnell wieder, wie es gekommen ist und verläuft in der Regel ohne weitere Komplikationen. Wir hoffen, dass Dein Kind die Infektion gut übersteht und dass ihr euch schon bald wieder schöneren Dingen widmen könnt!

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