Vater mit seinem Baby, das Schnupfen hat.

Schnupfen, Halsschmerzen und Husten bei Babys und Kleinkindern

Welche Hausmittel helfen und wann Du mit Deinem erkälteten Kind zum Arzt solltest

Husten, Halsschmerzen und eine laufende Nase - so zeigt sich oft die weniger schöne Seite von Herbst und Winter. Denn in der nasskalten Jahreszeit haben es Erkältungsviren besonders leicht. Aber keine Sorge, eine Erkältung beziehungsweise ein grippaler Infekt ist zwar unangenehm für Deinen kleinen Entdecker, aber in der Regel nicht weiter schlimm. Was Du bei Schnupfen, Husten und Halsschmerzen für Dein Kind tun kannst und wann Du am besten zu der Kinderärztin/dem Kinderarzt gehen solltest, verraten wir Dir in diesem Artikel.

Ursachen für die Erkältung

Über 200 verschiedene Viren kommen als Übeltäter für die Erkältung infrage. Da das Immunsystem von Deinem kleinen Entdecker noch nicht so viele Viren kennt, ist es viel anfälliger als das eines Erwachsenen. Es ist daher nicht ungewöhnlich, wenn Dein Kind bis zum Schulalter acht bis zwölf Erkältungen pro Jahr hat.

Das erste Mal erkältet sich Dein Baby wahrscheinlich zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat: Dann beginnt die orale Phase und Dein kleiner Entdecker findet es besonders spannend, sich allerlei Gegenstände in den Mund zu stecken. Dabei können jedoch Erkältungserreger in den Körper gelangen und Schmierinfektionen sind dann nicht selten. Aber auch über eine Tröpfcheninfektion, zum Beispiel beim Sprechen, Niesen oder Husten, kann sich Dein Kind anstecken.

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Erkältung, grippaler Infekt oder Grippe?

Eine Erkältung oder ein grippaler Infekt bezeichnen die gleiche Krankheit, die in der Regel mit einer harmlosen Entzündung der Schleimhäute von Nase, Rachen und Bronchien einhergeht. Verursacht wird eine Erkältung beziehungsweise ein grippaler Infekt von verschiedenen "Erkältungsviren". Die Symptome verbessern sich zumeist innerhalb weniger Tage.

Eine Grippe hingegen wird durch die "Influenza-Viren" ausgelöst. Neben den Erkältungssymptomen kommen oft auch noch hohes Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen hinzu. Die Symptome beginnen meist plötzlich und der Krankheitsverlauf ist oftmals langwieriger.

An diesen Symptomen erkennst Du eine Erkältung

Wer kennt nicht, dieses verdächtige Kribbeln in der Nase oder das erste Kratzen im Hals? Ähnlich wie bei Erwachsenen kündigt sich auch bei Deinem kleinen Entdecker eine Erkältung langsam an. Wahrscheinlich bemerkst Du als erstes, dass Dein Baby quengeliger wird und mehr weint und schreit als sonst. Kleinkinder hingegen werden meist stiller und fühlen sich schlapp. Nach den ersten milden Symptomen folgen zumeist ein wässriger Schnupfen und Niesen. In den nächsten Tagen können dann weitere Erkältungssymptome hinzukommen:

  • Husten

  • Schnupfen

  • Halsschmerzen

  • Niesanfälle

  • Geschwollene Nasenschleimhäute

  • Allgemeines Unwohlsein

  • Gerötete Augen

  • Geschwollene Lymphknoten am Hals, im Nacken und hinter den Ohren

  • Erhöhte Temperatur (Eine Temperatur bis zu 38,5°C ist bei erkälteten Babys nicht ungewöhnlich und dient als Schutzmechanismus gegen den Erreger.)

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Die Symptome klingen in der Regel innerhalb von sieben bis zehn Tagen ab. Jedoch sind besonders Schnupfen und eine verstopfte Nase für Babys unangenehm, da sie erst allmählich lernen, durch den Mund zu atmen. Daher solltest Du, wenn Dein kleiner Entdecker jünger als drei Monate ist und erkältet wirkt, auf jeden Fall eure Kinderarztpraxis besuchen. Ebenso in folgenden Fällen solltest Du Dir unbedingt medizinischen Rat holen:

  • Hohes Fieber (>39°C)

  • Hautausschlag

  • Verweigerung des Trinkens oder Essens

  • Starke Schlappheit und Teilnahmslosigkeit

  • Atemprobleme und Heiserkeit

  • Starker Husten oder plötzlich auftretender bellender Husten

  • Schmerzen im Brustbereich nach mehreren Tage Husten

  • Gelbe Eiterpünktchen auf den Mandeln

  • Wenn nach ein paar Tagen keine Besserung eintritt beziehungsweise Beschwerden wie z.B. Ohrenschmerzen, Durchfall oder Erbrechen hinzukommen

Steigt die Körpertemperatur über 39 Grad Celsius, hat Dein kleiner Entdecker hohes Fieber und Du solltest eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen. Kontrolliere deshalb am besten mehrmals täglich die Temperatur Deines Kindes. Wie Du Fieber am besten misst und ab wann die erhöhte Temperatur gefährlich wird, erklären wir Dir in unserem Artikel "Fieber bei Babys und Kleinkindern".

So kannst Du die Erkältung behandeln

Ein Wundermittel gegen die Erkältung gibt es leider nicht. Es gibt aber ein paar Dinge, die Du tun kannst, damit Dein kleiner Entdecker den grippalen Infekt so gut es geht übersteht und schnell wieder gesund wird.

Wichtig ist, dass Du Dein Baby oder Kleinkind nicht allzu lange allein lässt und ihm noch etwas mehr Geborgenheit als ohnehin schon schenkst. Wenn Dein kleiner Entdecker nicht allzu erschöpft ist, geht auch ruhig zusammen für eine halbe Stunde am Tag nach draußen - egal, ob im Kinderwagen oder schon zu Fuß. Denn frische Luft ist gut für die gereizten Schleimhäute. Ansonsten ist aber Bettruhe angesagt - schließlich wissen wir schon von unseren Müttern, dass Schlaf die beste Medizin ist. :) Über den Tag verteilt und vor dem Schlafengehen solltest Du Stoßlüften, damit die Raumluft nicht zu trocken wird und immer wieder frische Luft ins Zimmer kommt. Außerdem hilft viel trinken, am besten jede halbe Stunde. Wenn Du Dein Baby stillst, lege es öfters an und wenn Du schon mit der Einführung der Beikost begonnen hast, biete auch zusätzlich Wasser oder Tee an. Die Flüssigkeit unterstützt die Lösung des Schleims und verhindert, insbesondere bei erhöhter Temperatur, dass der Körper austrocknet.

Erkältungs- und Hustenmittel solltest Du bei Kindern unter zwei Jahren immer nur in Absprache mit der Kinderärztin/dem Kinderarzt geben. Oft lassen sich die einzelnen Beschwerden jedoch auch schon mit einfachen Hausmitteln lindern.

  • Kochsalzlösung hilft beim Abschwellen der Nasenschleimhäute. Du kannst sie fertig in der Apotheke kaufen oder aber ein Gramm Speisesalz in 100 Milliliter Wasser auflösen. Diese Mischung kannst Du dann als Nasentropfen oder zur Inhalation (bei älteren Kindern) verwenden. Die Kochsalzlösung tut Deinem Baby nicht weh, aber wahrscheinlich wird das Tropfen in die Nase erst einmal ungewohnt sein.

  • Möchtest Du abschwellende Nasentropfen nutzen, achte darauf, dass diese extra für Babys entwickelt wurden, und besprich die Gabe vorher mit der Kinderärztin/dem Kinderarzt.

  • Verkrustungen an der Nase kannst Du mit einem sauberen Waschlappen und etwas lauwarmem Wasser entfernen. Um einer rauen und wunden Haut vorzubeugen, creme die Haut ums Näschen dünn mit einer Wundschutzcreme ein.

  • Ist Dein Baby verschleimt, kannst Du mit einem Nasensauger das Sekret entfernen. Auch mit einem gezwirbelten Taschentuch kannst Du vorsichtig die Nasenlöcher reinigen.

  • Biete Deinem Kind viel zu trinken an, am besten in Form von lauwarmem Wasser oder Tees, damit die Atemwege feucht bleiben.

  • Frage die Kinderärztin/den Kinderarzt nach speziellem Hustensaft für Babys. Oft sind diese auf Basis pflanzlicher Extrakte. Sie wirken schleimlösend und erleichtern so das Abhusten.

  • Zum Schlafen kannst Du den Oberkörper Deines kleinen Entdeckers mit einem Handtuch oder einem Kissen leicht erhöhen, damit der Schleim sich leichter abhusten lässt.

  • Verzichte auf ätherische Öle wie Menthol, Kampfer, Eukalyptus oder Pfefferminze, die zum Beispiel oft in einem Erkältungsbalsam enthalten sind. Sie sind nicht für Kinder geeignet und reizen die Atemwege. Im schlimmsten Fall können sie sogar zu starkem Hustenreiz und einer Verengung der Atemwege führen.

  • Bei einer akuten Halsentzündung werden oft kühlende Halswickel als angenehm empfunden. Feuchte dafür einfach ein Baumwolltuch mit kühlem Wasser an und wickle darüber zusätzlich einen Schal. Lass Deinen kleinen Entdecker mit dem Wickel am besten im warmen Bett liegen und entferne ihn nach circa 30 Minuten.

  • Bestehen die Halsschmerzen schon ein paar Tage, können wärmende Wickel, beispielsweise mit warmem Wasser oder erwärmtem Quark, helfen. Achte darauf, dass der Wickel angenehm am Hals liegt und wechsle beziehungsweise entferne ihn, sobald er ausgekühlt ist.

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Erkältung bei Babys und Kleinkindern vorbeugen

Ganz vermeiden lässt sich ein grippaler Infekt kaum - insbesondere mit dem Start in die KiTa. Die beste Vorsorge besteht darin, dass Immunsystem zu stärken. Das gelingt mit einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung und Bewegung an der frischen Luft. Übrigens: Muttermilch hilft beim Aufbau der kindlichen Darmflora und bei der Reifung des Immunsystems. Wenn Du stillst, gibst Du Deinem Baby sowohl Deine Antikörper aus früheren Krankheiten, zum Beispiel Masern und Windpocken, als auch aus aktuellen Infekten wie Erkältungen.

Um einer Erkältung vorzubeugen, sollte Dein kleiner Entdecker zudem nicht frieren. Achte darauf, dass er immer warm genug angezogen ist. Denn Kälte verringert die Widerstandsfähigkeit der Schleimhäute gegen Krankheitserreger und es kommt schneller zu einer Erkältung. Wie der richtige Zwiebellook funktioniert, erklärt Dir unsere Hebamme Sissi im Artikel "5 Tipps für den Winter mit Baby".

Wenn Du selbst erkältet bist oder jemand anderes aus dem Umfeld, solltet ihr versuchen, so gut es geht den direkten Kontakt zu vermeiden. Nicht nur dann, sondern auch im Alltag generell darf natürlich die richtige Hygiene nicht vergessen werden. Wascht euch gemeinsam regelmäßig die Hände und räume Dinge wie etwa gebrauchte Taschentücher sowie benutztes Geschirr, Handtücher oder Zahnbürsten weg, damit Dein Baby nicht anfängt, damit zu spielen.

Eine Erkältung gehört oft zur kalten Jahreszeit dazu und ist in den meisten Fällen zwar lästig, aber nicht weiter schlimm. Falls Du Dir jedoch unsicher sein solltest, hilft immer der Weg zur Kinderärztin/zum Kinderarzt. Wir wünschen Dir und Deinem kleinen Entdecker eine gute Besserung und hoffen, dass ihr schnell wieder gesund werdet!

Häufig gestellte Fragen

Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer zum Beispiel durch feuchte Tücher, ist gut für die gereizten Atemwege. Ebenso hilft es, für eine halbe Stunde am Tag an die frische Luft zu gehen, wenn Dein kleiner Entdecker einigermaßen fit ist. Ansonsten sollte sich Dein Kind viel ausruhen und viel trinken. Um die einzelnen Beschwerden zu lindern, kannst Du die Kinderärztin/den Kinderarzt nach geeigneten Mitteln fragen.

Wenn der Schnupfen nach einer Woche nicht vergeht oder andere Beschwerden wie hohes Fieber, Hautausschlag, Verweigerung des Trinkens oder Essens, Teilnahmslosigkeit oder Atemprobleme und Heiserkeit hinzukommen, solltest Du am besten zur Kinderärztin/zum Kinderarzt. Auch wenn sich das Schnupfensekret gelb/grün verfärbt und anfängt streng zu riechen, solltest Du Dir ärztlichen Rat holen.

In der Regel sollte der Schnupfen beziehungsweise die Erkältung nach 7 bis 10 Tagen abklingen.

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