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1. Geburtsverletzungen sind nichts Ungewöhnliches

Auch wenn er zur Vorstellung Deiner Wunschgeburt wahrscheinlich nicht dazugehört: Einen Dammriss oder andere Geburtsverletzungen erleben viele Frauen bei einer natürlichen Geburt. Das klingt schlimmer als es ist, denn in den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um kleine Geweberisse oder Schwellungen, von denen Du schon nach ein paar Tagen nichts mehr spürst. Wenn Du die Wahrscheinlichkeit dafür minimieren möchtest, kannst Du Deinen Damm gegen Ende der Schwangerschaft mit regelmäßigen Massagen auf die Belastung der Geburt vorbereiten.

2. Privatsphäre? Fehlanzeige!

Findet Deine Geburt im Krankenhaus statt, kann es gut sein, dass in Deinem Zimmer zeitweise ein einziges Kommen und Gehen herrscht. Während der Eröffnungswehen untersuchen Hebammen, Deine Ärztin oder Dein Arzt regelmäßig Deinen Muttermund und tasten Deinen Bauch ab. Wenn Dein Baby dann auf der Welt ist, helfen sie Dir tatkräftig beim Stillen, untersuchen Deine Brustwarzen und stellen Dir Fragen zu Deinem Stuhlgang. Was sich zunächst erstmal befremdlich anhört, muss Dir überhaupt nicht unangenehm sein. Das medizinische Personal hat all das schon oft gesehen und will nur das Beste für Dich und Dein Baby. Die ungestörte Zeit als frischgebackene Familie könnt ihr dann hoffentlich im Wochenbett ausführlich nachholen und in aller Ruhe genießen.

3. Dein Kind ist nicht unbedingt süß – aber trotzdem wunderschön

Wenn Du an Neugeborene denkst, erscheinen rosige Babys mit großen Augen und Apfelbäckchen vor Deinem inneren Auge? Zumindest direkt nach der Geburt wird Dein Kind vermutlich nicht viel mit dieser Vorstellung gemeinsam haben. Wahrscheinlicher ist es, dass Dir nach der Geburt ein runzliges, rot-bläuliches Wesen voller Blut und Käseschmiere mit einem möglicherweise etwas verformten Kopf (der Weg durch den Geburtskanal hinterlässt Spuren ;)) auf den Bauch gelegt wird. Eines jedoch steht außer Frage: Auch wenn Dein kleiner Entdecker nach der Geburt noch etwas zerknittert aussieht, wird er für Dich schon von der ersten Sekunde an das allerschönste Baby auf der ganzen Welt sein.

4. Die Geburt endet nicht, wenn Dein Baby auf der Welt ist

Wenn Du Dein Kind nach der Geburt in den Armen hältst, sind die Wehen und Strapazen der letzten Stunden schnell vergessen. Doch ganz geschafft ist die Geburt damit nicht, denn nach Deinem Baby muss auch noch die Plazenta auf die Welt kommen. Da sie weich ist und Du wahrscheinlich sowieso ganz verzaubert von Deinem Liebling bist, kann es gut sein, dass Dir die Nachgeburt kaum Schmerzen bereitet. Aber auch in den Tagen nach der Geburt können noch Wehen auftreten, da sich die Gebärmutter, die sich während der Schwangerschaft stark gedehnt hat, wieder auf ihre ursprüngliche Größe zusammenzieht. Diese sogenannten Nachwehen erlebt jede frischgebackene Mama, egal ob nach einer natürlichen Geburt oder einem Kaiserschnitt. Ihre Intensität kann jedoch variieren und während einige Frauen die Nachwehen als schmerzhaft empfinden, nehmen andere sie kaum wahr.

5. Deine Organe müssen erst wieder ihren Platz finden

Je größer das Baby in Deinem Bauch wird, desto knapper wird der Platz darin. Gegen Ende der Schwangerschaft sind Lunge, Magen, Leber und Darm deshalb deutlich nach oben verschoben. Nach der Geburt wandern Deine Organe Stück für Stück nach unten auf ihre ursprüngliche Position zurück. Zu Beginn ist der leere Bauch nicht nur von außen sehr weich, auch von innen kann er sich regelrecht leer anfühlen. Einige Mamas beschreiben das Gefühl in ihrem Bauchraum nach der Geburt als lose und so, als würden ihre Organe rausfallen. Auch wenn das natürlich nicht passieren kann, können Miederhöschen oder Deine alten Schwangerschaftshosen oder -strumpfhosen Deinem Bauch in der Zeit nach der Geburt den nötigen Halt geben und Dir helfen, Dich wohler zu fühlen.

6. Wochenbett-Einlagen werden Dein liebster Begleiter

Nicht nur Dein Baby wird gewickelt, auch Du wirst nach der Geburt Bekanntschaft mit dicken Wochenbett-Binden, sogenannten Flockenwindeln, machen. Nach der Geburt setzt der Wochenfluss ein, bei dem Dein Körper das restliche Blut, Gebärmutterschleimhaut, Schleim und andere Überreste der Schwangerschaft aus der Gebärmutter ausscheidet. Der Wochenfluss dauert etwa zwei bis sechs Wochen und ist deutlich stärker als Deine Periode. Sie sind zwar nicht besonders ansehnlich, dennoch wirst Du die überdimensionalen Einlagen sicher bald zu schätzen wissen. Wenn Du im Krankenhaus entbindest, wirst Du dort mit einigen Wochenbett-Binden für die ersten Tage versorgt. Du kannst sie aber auch vorab in der Apotheke oder im Drogeriemarkt besorgen. Am besten stattest Du Dich für die ersten Wochen auch gleich mit einigen atmungsaktiven, etwas größeren Baumwollslips aus, die die Einlagen gut halten und nirgendwo einschneiden.

7. Der erste Windelinhalt Deines Babys ist schwarz

Wenn Du die erste Windel Deines Babys wechselst, staunst Du unter Umständen nicht schlecht: Soll der Inhalt tatsächlich so aussehen? Keine Sorge, dass der erste Stuhlgang Deines Babys nach der Geburt farblich zwischen dunkelgrün und schwarz liegt und zäh ist, ist ganz normal. Mit dem sogenannten Kindspech oder Mekonium scheidet Dein kleiner Entdecker von Fruchtwasser bis Hautzellen alles aus, was er im Mutterleib verschluckt hat. Mit etwas Öl und einem weichen Tuch lässt sich die erste Ausscheidung leicht entfernen. Wenn Du wissen möchtest, was Dich in den kommenden Monaten noch so in der Windel Deines Kindes erwartet, schau doch mal in den Artikel „Stuhlgang beim Baby“. ;)

8. Der Baby Blues kann Dir zu schaffen machen

Monatelang hast Du dem Tag entgegengefiebert, Dein Kind endlich in den Armen zu halten. Dass Dir, wenn es soweit ist, aber erstmal nach Heulen anstatt nach heiler Babyblase zumute ist, ist ganz normal. Wenige Tage nach der Geburt führt der plötzliche Hormonabfall bei vielen Frauen zum sogenannten Baby Blues und sie erleben Symptome wie Niedergeschlagenheit, Angst und starke Emotionalität. Schlafmangel und Unsicherheit im Umgang mit der neuen Situation tragen ihr Übriges zum Gemütszustand bei. In der Regel pendelt sich Dein Hormonhaushalt innerhalb weniger Tage wieder ein und der Spuk ist schon bald wieder vorbei. Wenn Du genauer wissen möchtest, was es mit dem Baby Blues auf sich hat und wie Du damit umgehen kannst, findest Du weitere Informationen in unserem Artikel „Die ersten Tage mit Baby – Baby Blues statt Mutterglück“.

9. Der Milcheinschuss kann Dich überrollen

Etwa zwei bis fünf Tage nach der Geburt ist es plötzlich soweit und Deine Brüste werden merklich größer, spannen und sind druckempfindlich. Dann nimmt Dein Körper die Milchproduktion voll auf und man spricht vom sogenannten Milcheinschuss. Wenn Deine Brüste schmerzen, können warme Umschläge oder eine warme Dusche für Linderung sorgen. Du kannst zwischenzeitlich auch etwas Milch mit der Hand abstreichen, damit der Druck nachlässt. Wenn zwischen den Stillmahlzeiten Milch ausläuft, helfen spezielle Stilleinlagen, die Du in Deinen BH legen kannst. Auch wenn der plötzliche Milcheinschuss unangenehm sein kann, bedeutet er nicht, dass Du zu viel Milch produzierst. Falls Du Dein Baby stillst, wird sich Dein Körper schon nach einigen Tagen an seinen Bedarf anpassen und die Milchbildung entsprechend einpendeln.

Die Zeit des Wochenbetts möchtest Du wahrscheinlich nutzen, um in aller Ruhe Dein Baby kennenzulernen und gemeinsam in die neue Familienkonstellation zu finden. Auch wenn Du dabei auf körperliche Wehwehchen gut verzichten könntest und die ein oder andere Einschränkung sicher ungelegen kommt: Dein Körper hat während der Geburt Höchstleistungen vollbracht und tut dies nach wie vor. Versuche, geduldig mit all den Veränderungen umzugehen und erinnere Dich immer wieder daran, wie stolz Du auf Dich sein kannst. :) Wir wünschen Dir eine schöne und erholsame erste Zeit mit Deinem Baby!

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