Frau mit Krampfadern und Besenreiser in der Schwangerschaft

Krampfadern und Besenreiser

Warum die Venenschwäche in der Schwangerschaft häufig auftritt

Krampfadern sind ein rein kosmetisches Problem – so zumindest die häufige Behauptung. Dass das nicht stimmt, erfahren auch zahlreiche Frauen während oder nach einer Schwangerschaft. Denn währenddessen sorgen hormonelle Veränderungen und erhöhter Druck auf die Gefäße dafür, dass sich die Hautvenen erweitern. Das führt häufig zunächst zu Besenreisern und in einigen Fällen im nächsten Schritt zu Krampfadern. Lies hier alles über die Ursachen der Varikosis, ihre Begleiterscheinungen und Behandlungsoptionen.

Was sind Krampfadern und Besenreiser?

Wird das Bindegewebe der Venenwand gedehnt, können die Venenklappen nicht mehr richtig arbeiten. Dann fließt Blut in die Beine zurück, was die Hautvenen erweitert. Das führt in einem ersten Schritt zu den sogenannten Besenreisern, die Du als netzförmige Linie durch die Haut durchschimmern siehst – vor allem an den Beinen. Steigt der Druck in den Venen immer weiter an, erweitern sie sich fortlaufend und können zu Krampfadern heranwachsen. Was Du nun wahrnimmst, sind oberflächliche, geschlängelte und bläulich schimmernde Venen, die Du sogar ertasten kannst. In der Medizin nennt man sie auch Varizen.

Krampfadern und Besenreiser treten am häufigsten an den Beinen in Erscheinung – oder als Form von Hämorrhoiden am After. Aber auch an der Leiste – und in selteneren Fällen im Intimbereich, vor allem an den Schamlippen – können sich die Varizen ausbilden.

Warum bekomme ich Krampfadern und Besenreiser?

Zu einer Varikosis kommt es aus den verschiedensten Gründen. So kann eine erblich bedingte Veranlagung zum Beispiel dazu führen, dass Besenreiser und Krampfadern entstehen. Aber auch eine Umstellung des Hormonhaushalts sorgt dafür, dass sich das Gewebe auflockert und damit anfälliger für die Venenschwäche wird. In der Schwangerschaft bilden sich Besenreiser und Krampfadern in der Regel in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten aus. Neben den gerade genannten Ursachen kommen während einer Schwangerschaft noch weitere Risikofaktoren hinzu, die zu einem Rückstau des Blutes in die untere Körperhälfte führen:

  • Wächst in Dir ein Baby heran, nimmt Dein Blutvolumen um rund 20 Prozent zu. Die größere Blutmenge kann Deine Venen belasten.

  • Durch die Hormonumstellung während der Schwangerschaft weiten sich die oberflächlichen und tiefen Venen. Steigt der Druck in den Venen zunehmend an, bilden sich Krampfadern.

  • Aufgrund des zunehmenden Gewichts erhöht sich der Druck auf die Venen in Deinen Beinen und Deinem Becken. Im Verlauf der Schwangerschaft – wenn die Gebärmutter immer größer wird – nimmt der Druck auf die große Bauchvene zu. Dadurch fließt das Blut schlechter und staut sich deshalb in den oberflächlichen Venen.

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Welche Beschwerden können auftreten?

Die Erweiterung der Venen kann unter Umständen unangenehm für Dich werden und Dich im Alltag einschränken. Die meisten Frauen, die von der Venenschwäche betroffen sind, klagen über schwere Beine sowie geschwollene Unterschenkel und Knöchel. Eventuell fühlen sich Deine Beine hin und wieder taub an und Du verspürst einen Juckreiz. Auch nächtliche Wadenkrämpfe und Kribbeln in den Beinen sind keine Seltenheit bei Krampfadern in der Schwangerschaft. Vor allem besteht durch die Krampfadern aber ein erhöhtes Thromboserisiko, weshalb Du die Varizen in jedem Fall erst nehmen solltest. Einzelne, dünne Krampfadern sind aber in der Regel ungefährlich.

Die Phlebologie befasst sich mit Gefäßerkrankungen und ist daher die richtige Anlaufstelle, wenn Du aufgrund der Krampfadern und Besenreiser unter starken Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder Überwärmung leidest. Bei diesen Symptomen solltest Du eine Venenentzündung oder Thrombose ärztlich ausschließen lassen. Wenn Du bisher noch keine Berührungspunkte mit der Phlebologie hattest, kannst Du zunächst auch Deine Hausärztin/Deinen Hausarzt aufsuchen.

Kann ich Krampfadern in der Schwangerschaft vorbeugen?

Nicht jede Frau ist während oder nach der Schwangerschaft von Krampfadern betroffen. Ob sie sich bei Dir tatsächlich ausbilden, lässt sich daher nicht vorhersagen. Auch genetische Faktoren spielen hier eine Rolle. Vorbeugende Maßnahmen sind deshalb nicht immer erfolgreich, aber trotzdem können sie Deine Beschwerden lindern. Probiere es doch mal mit den folgenden Tipps:

  • Bewegung und Ruhe im Wechsel: Durch die richtige Bewegung wird die Durchblutung in Deinen Beinen gefördert. Besonders gut eignen sich Spazierengehen, Radfahren und Wassergymnastik. Wenn Du im Alltag überwiegend sitzt, versuche, ab und zu Bewegung einzubauen, indem Du beispielsweise ein paar Schritte gehst oder Deine Füße kreisen lässt. Wenn Deine Beine anschwellen und schmerzen, kannst Du Dich auf der linken Seite liegend ausruhen, da Dein Blut so optimal zirkulieren kann.

  • Wechselduschen: Kalt-warme Wechselduschen fördern die Durchblutung und helfen gegen Schwellungen in den Beinen. Durch das kalte Wasser ziehen sich die Adern zusammen und das heiße Wasser bewirkt eine Erweiterung der Blutgefäße.

  • Beine schonen: Im Alltag kannst Du Deine Beine schonen, indem Du aufs Überschlagen verzichtest und Deine Beine nicht an Stuhlkanten abklemmst. Am besten achtest Du darauf, Deine Beine zwischendurch und auch nachts hochzulegen, zum Beispiel, indem Du sie auf ein Kissen bettest.

  • Kompressionsstrümpfe: Zur Linderung der Schmerzen, die Krampfadern mit sich bringen, kann Dir Deine Ärztin/Dein Arzt Kompressionsstrümpfe verschreiben, die vom Sanitätshaus individuell an Dich angepasst werden. Medizinische Kompressionsstrümpfe eignen sich für diverse Erkrankungen der Gefäße und Venen in den Beinen – so auch bei Schwangeren. Kompressionsstrümpfe oder Kompressionsleggings bei Krampfadern üben Druck auf die Venen aus, wodurch das Blut besser zum Herzen transportiert wird. Zwar können trotz Kompressionsstrümpfen für Schwangere noch immer neue Krampfadern entstehen, die Venen werden allerdings entlastet und das kann Schmerzen in den Beinen lindern. Im Idealfall trägst Du die Kompressionsstrümpfe auch noch vier bis sechs Wochen nach Ende der Schwangerschaft.

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Besenreiser und Krampfadern entfernen: Behandlungsoptionen

Die gute Nachricht zuerst: Sobald Du Dein Kind geboren hast, nimmt der Druck auf die Venen in Deinen Beinen und im Becken ab. Bei vielen Frauen sorgt das dafür, dass sich die Besenreiser und Krampfadern in den ersten Monaten nach der Geburt von selbst zurückbilden. Nichtsdestotrotz kann es sein, dass starke Krampfadern, die sich während der Schwangerschaft ausgebildet haben, nicht verschwinden. In diesen Fällen kannst Du die Krampfadern behandeln lassen. Folgende Behandlungsoptionen sind denkbar:

Besenreiser entfernen

Zur Besenreiser-Behandlung wird häufig auf eine Verödung, die Sklerosierung, gesetzt. Dabei wird ein Verödungsmittel in die Vene injiziert, das die Gefäße verklebt. Letztendlich werden die Besenreiser vom Körper abgebaut. Eine Alternative zur Behandlung von Besenreisern ist die Lasertherapie, bei der die Venen mit gebündelter Lichtenergie geschädigt, verklebt und verschlossen werden.

Krampfadern entfernen

Auch Krampfadern können entfernt werden, sollten Deine Beschwerden sehr stark sein. Dafür kommt unter anderem das Venenstripping infrage. Dabei setzt eine Ärztin/ein Arzt unterhalb der Leiste und in der Kniekehle beziehungsweise am Knöchel Schnitte, durch die die Vene abgebunden werden kann. Danach kann die Vene vollständig herausgezogen werden. Auch eine Phlebektomie kann zur Krampfader-Entfernung angewandt werden. Hierbei wird die Vene durch Einsatz eines Häkchens hervorgezogen, durchtrennt und in kleinen Stücken herausgezogen.

Je früher Du Dich in ärztliche Behandlung begibst, desto früher können Deine Schmerzen gelindert werden – damit Du Deine restliche Schwangerschaft und die Kennenlernzeit mit Deinem kleinen Entdecker beschwerdefrei genießen kannst. Also scheue nicht davor zurück, Dir zeitnah ärztliche Hilfe zu holen, sollten Dich schwere und geschwollene Beine tagsüber und nachts einschränken. Wir wünschen Dir eine schnelle Genesung!

Häufig gestellte Fragen

Die Beschwerden durch Krampfadern in und nach der Schwangerschaft können beispielsweise durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen oder durch geeignete Bewegung wie Wassergymnastik gelindert werden. Nach ausreichender Abwägung können die Krampfadern auch entfernt werden.

Bei vielen Frauen bilden sich die Krampfadern in den ersten Monaten nach der Geburt von selbst zurück. Eine Garantie dafür besteht allerdings nicht. Wenn starke Krampfadern auch noch lange nach der Geburt bestehen, solltest Du Dir ärztlichen Rat einholen und die Krampfadern gegebenenfalls entfernen lassen.

Krampfadern in der Schwangerschaft kann nicht immer erfolgreich vorgebeugt werden, da auch erbliche Veranlagungen die Varizen begünstigen können. Als vorbeugende Maßnahmen eignen sich jedoch vor allem kalt-warme Wechselduschen, Bewegung in Form von Spazierengehen, Radfahren und Wassergymnastik sowie Ruhephasen, in denen die Beine hochgelagert werden.

Wenn Du während der Schwangerschaft mit Krampfadern kämpfst, solltest Du eine Phlebologin/einen Phlebologen aufsuchen. Diese Venenärztin/dieser Venenarzt kann eine Venenentzündung oder Thrombose ausschließen. Vor allem bei folgenden Symptomen solltest Du zum Arzt gehen:

  • Starke Schmerzen in den Beinen

  • Rötungen an den betroffenen Körperregionen

  • Geschwollene Beine

  • Überwärmung

Durch das Tragen medizinischer Kompressionsstrümpfe wird der Rücktransport des Blutes von den Beinen zurück zum Herzen unterstützt. Das funktioniert durch Druckausübung auf die Venen. Menschen, die aufgrund von Venenschwäche Kompressionsstrümpfe tragen, berichten über eine Linderung der Beschwerden.

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