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Geburt & Wochenbett Path 2 Created with Sketch. Was tun bei 3-Monats-Koliken?
Was tun bei 3-Monats-Koliken?

Was tun bei 3-Monats-Koliken?

Wie Du die Beschwerden richtig einordnest und was dagegen hilft

Jedes Babys schreit, um seinen Bedürfnissen Ausdruck zu verleihen. Das können zum Beispiel Hunger, Müdigkeit, eine volle Windel oder der Wunsch nach Zuneigung sein. Doch manche Kinder schreien deutlich öfter und länger als andere. Dann kann es sein, dass eine sogenannte 3-Monats-Kolik der Grund für das Unwohlsein ist. Gerade frischgebackene Eltern sind häufig unsicher, was sich dahinter verbirgt und wie sie ihrem Kind am besten helfen können. In diesem Artikel erfährst Du, woran Du erkennst, ob Dein Baby von 3-Monats-Koliken betroffen ist und was Du dagegen tun kannst.

Was sind Koliken?

Etwa jedes zehnte Baby leidet unter den Koliken, schreit also oft und heftig und lässt sich nur schwer beruhigen. Die Koliken treten meist in den ersten Lebenswochen auf und nehmen in der Regel mit dem 3. Monat ab – daher auch die Bezeichnung 3-Monats-Kolik. Es kann aber auch vorkommen, dass sie sich bis zu einem halben Jahr hinziehen.

Die genauen Ursachen für die 3-Monats-Koliken sind nicht eindeutig geklärt: Eine mögliche Erklärung ist, dass Neugeborene, die unter den 3-Monats-Koliken leiden, besonders sensibel sind und erst lernen müssen, mit den vielen Reizen in ihrer Umgebung umzugehen und sich selbst zu beruhigen. Meist wird von Koliken jedoch im Sinne von heftigen Bauchschmerzen oder Blähungen gesprochen, die Kindern in den ersten Monaten zu schaffen machen können. Nach der Geburt ist der Verdauungsstrakt Deines Babys noch nicht vollständig ausgereift und muss sich in den nächsten Monaten erst entwickeln. Nachdem die Versorgung neun Monate lang über die Nabelschnur ablief, muss sich der empfindliche Darm nun an die neue Milchnahrung gewöhnen. So können in den ersten Monaten Verdauungsprobleme für heftige Bauchschmerzen bei Deinem kleinen Entdecker sorgen und der Grund dafür sein, dass er seinem Unwohlsein durch heftiges Schreien Ausdruck verleiht. Eine weitere Theorie zur Ursache der Koliken ist, dass Babys gerade durch das Schreien Luft schlucken, die dann für Druck in ihrem Bauch sorgt.

Hat mein Baby eine 3-Monats-Kolik?

Auch wenn eine Kolik teilweise nur schwer von „normalen“ Bauchschmerzen oder Blähungen zu unterscheiden ist, gibt es bestimmte Anzeichen, auf die Du achten kannst:

  • Dein Baby hat plötzliche, heftige Schreianfälle, oft direkt nach dem Trinken, und lässt sich nur schwer beruhigen
  • Die Schreianfälle sind am späten Nachmittag und Abend am stärksten
  • Du kannst andere Gründe für das Schreien, wie etwa Hunger oder eine volle Windel, ausschließen
  • Dein Kind nimmt eine gekrümmte, verkrampfte Körperhaltung ein
  • Klopfst Du Deinem kleinen Entdecker leicht mit einem Finger auf den Bauch, entsteht durch die viele Luft im Bauch ein hohles Geräusch

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Was hilft akut gegen Koliken?

Nicht nur für Babys, auch für Eltern bedeuten die 3-Monats-Koliken und das häufige Schreien oft eine große Belastung. Mit einigen Tipps kannst Du Deinem Baby in akuten Situationen helfen und ihm Erleichterung verschaffen.

  1. Fliegergriff
    Beim Fliegergriff hältst Du Dein Baby bäuchlings auf dem Arm. Die Position, die Nähe zu Dir sowie sanftes Hin- und Herschaukeln entlasten Deinen kleinen Entdecker bei Blähungen und beruhigen ihn. Wie genau Du Dein Baby im Fliegergriff hältst, zeigt Dir LILLYDOO Hebamme Sissi in unserem Video zum Thema Babyhandling.
  2. Babymassage
    Eine Massage kann bei verspannten Babybäuchlein wahre Wunder wirken. Drücke dazu zunächst die Beine Deines Babys im 90-Grad-Winkel sanft an seinen Körper und bewege sie so, als würden sie Fahrrad fahren. Die Bewegung kann helfen, Krämpfe zu lockern und Luft herauszulassen. Sanftes Streichen über den Bauch Deines kleinen Entdeckers kann ebenfalls Blähungen lösen und die Verdauung anregen. Unsere Hebamme Sissi demonstriert Dir im Video zum Thema Bauchschmerzen bei Babys ab Minute 2:30 wie das geht. Wenn Du möchtest, kannst Du noch ein natürliches Öl wie unser LILLYDOO Bio Mandelöl oder einige Tropfen blähungslinderndes Kümmelöl für die Massage zu Hilfe nehmen.
  3. Bauchlage
    Lass Deinen kleinen Entdecker in Wachphasen ruhig auch mal auf dem Bauch liegen. So können Blähungen leichter entweichen. Dein Neugeborenes kann von Geburt an immer mal wieder auf dem Bauch liegen. Bis es selbstständig seinen Kopf heben kann, solltest Du jedoch immer dabei sein. Lege Dein Baby zum Beispiel im Liegen auf Deinen Oberkörper, der Körperkontakt trägt zusätzlich zur Beruhigung bei.
  4. Abhalten
    Gerade bei akuten Bauchschmerzen fällt es einigen Babys leichter, Stuhlgang abzusetzen, wenn sie abgehalten werden. Das bedeutet, dass sie ihre Ausscheidungen ohne Windel in einer bequemen Position loswerden können. Dafür greifst Du Deinen kleinen Entdecker unter den Oberschenkeln und lehnst ihn an Deinen Körper. In dieser Anhockstellung hältst Du ihn über eine Schüssel oder einen Eimer. Im Video „Bauchweh beim Baby“ zeigt Dir unsere Hebamme Sissi ab Minute 3:51 ganz genau, wie das Abhalten funktioniert.
  5. Wärme
    Ein warmes Kirschkern- oder Dinkelkissen kann helfen, Verkrampfungen im Bauch Deines Babys zu lösen. Achte darauf, dass das Kissen nicht zu heiß ist, damit es nicht zu Verbrennungen kommt. Auch Deine Körperwärme beim Tragen oder ein warmes Bad können Deinem kleinen Entdecker helfen, sich zu entspannen.
  6. Hilfe holen
    Vielleicht hast Du auch schon Situationen erlebt, in denen Dein Baby einfach nicht aufhören wollte zu schreien und Du selbst am Ende Deiner Kräfte warst. Hol Dir in solchen Momenten wenn möglich Hilfe durch eine Vertrauensperson. Deine Partnerin/Dein Partner, eine gute Freundin oder Deine Eltern können Dein Baby für eine halbe Stunde übernehmen, während Du einen Spaziergang machst oder Dich einfach nur zurückziehst. Hast Du etwas Kraft getankt, wird sich Deine eigene Ruhe auf Dein Kind übertragen und Du kannst ihm besser helfen. Wenn Du trotz allem nicht weiterweißt, scheue Dich nicht davor, Dir professionelle Hilfe von Deiner Hebamme oder Deiner Kinderärztin/Deinem Kinderarzt zu holen. In machen Fällen können auch Brustwirbelblockaden beim Baby Ursache der Koliken sein, die durch den Geburtsvorgang entstanden sind. Dann kann unter Umständen der Besuch in einer Praxis für Osteopathie oder manuelle Therapie hilfreich sein. Auch spezielle ambulante Sprechstunden, sogenannte Schreiambulanzen, bieten Beratung und Betreuung an, wenn sich Dein Kind nicht beruhigen lässt.

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Kann man die 3-Monats-Koliken vermeiden?

Zunächst ist es ganz normal, dass die 3-Monats-Koliken genauso plötzlich wieder aufhören, wie sie begonnen haben. Der wichtigste Rat lautet also: Sei geduldig. Trotzdem gibt es einige Tipps, die Du bei anhaltenden Koliken ausprobieren kannst.

  1. Deine Ernährung in der Stillzeit überprüfen
    Bestimmte Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Knoblauch, Kohl und Co., haben den Ruf, über die Muttermilch Blähungen bei Babys zu verursachen. Dieser Effekt ist zwar nicht nachgewiesen, allerdings ist es den Versuch, während der Stillzeit gezielt auf solche Lebensmittel zu verzichten, sicherlich wert. Auch eine Kuhmilchintoleranz kann der Grund für die anhaltenden Schmerzen Deines kleinen Entdeckers sein. Dabei reagiert der Körper auf das in der Milch enthaltene Eiweiß, welches Dein Baby über die Muttermilch oder Fläschchennahrung zu sich nimmt. Ist das Deine Vermutung, wende Dich am besten an Deine Ärztin/Deinen Arzt um abzuklären, ob tatsächlich eine Intoleranz vorliegt und wie du reagieren kannst. Prophylaktisch brauchst Du jedoch keines dieser Lebensmittel meiden, wenn Dein kleiner Entdecker nicht unter Blähungen leidet.
  2. Fläschchennahrung nicht schütteln
    Fütterst Du Dein Baby mit der Flasche, kann hier die Ursache für anhaltende Koliken zu finden sein. Wird die Flasche bei der Zubereitung der Milchnahrung stark geschüttelt, bilden sich darin Luftbläschen, die beim Trinken in den Bauch Deines kleinen Entdeckers gelangen. Rühre das Pulver stattdessen mithilfe eines Löffels an und fülle es anschließend ins Fläschchen, um Luftblasen zu vermeiden.
  3. Dein Baby in Ruhe trinken lassen
    Egal ob Du stillst oder mit der Flasche fütterst: Gib Deinem Baby für jede Mahlzeit genügend Ruhe und Zeit, denn Aufregung und eine unruhige Atmung führen dazu, dass beim Trinken vermehrt Luft geschluckt wird.
  4. Auf ausreichend weite Kleidung für Dein Baby achten
    Zu eng sitzende Windeln oder ein zu fester Gummibund auf Bauchhöhe können unangenehm auf den Bauch Deines kleinen Entdeckers drücken und die Luft darin zusätzlich einschnüren.
  5. Ruhe vermitteln
    Auch ganz generell können sich Aufregung, Stress und jede Form der Reizüberflutung auf das empfindliche Verdauungssystem Deines Babys auswirken. Das liegt daran, dass die Nervensysteme von Gehirn und Bauch ganz nah beieinander liegen. Achte daher gerade in der ersten Zeit auf einen möglichst festen Tagesablauf, der Deinem Baby Sicherheit vermittelt und ihm dabei hilft, all die neuen, aufregenden Eindrücke zu verarbeiten. Sicher wollen in den ersten Wochen auch Freunde und Familie Deinen kleinen Entdecker kennenlernen und begrüßen. Gerade im Wochenbett empfiehlt es sich jedoch, die Zahl der Besucher bewusst zu dosieren und nicht nur Deinem Baby, sondern auch Dir genug Zeit und Ruhe zu gönnen, euch kennenzulernen und an die neue Situation zu gewöhnen.

Ob nun Reizüberflutung oder doch ein unreifer Verdauungstrakt der Grund für die 3-Monats-Koliken ist, eine Sorge können wir Dir nehmen: Krank ist Dein kleiner Entdecker nicht. Auch wenn die 3-Monats-Koliken euch sicher vor eine Herausforderung stellen und für Dich genauso belastend sind wie für Dein Baby, werdet ihr auch diese Phase gemeinsam meistern. Wir wünschen Dir und Deinem Baby viel Durchhaltevermögen!