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Geburt & Wochenbett Path 2 Created with Sketch. Wehenarten: Woran erkenne ich welche Kontraktionen?
Wehenarten: Woran erkenne ich welche Kontraktionen?

Wehenarten: Woran erkenne ich welche Kontraktionen?

Von Senkwehen bis Nachwehen: Die verschiedenen Wehenarten vor, während und nach der Geburt

Je näher der Termin rückt, desto mehr kreisen Deine Gedanken wahrscheinlich um die bevorstehende Geburt und die Wehen, die Dich dabei erwarten. Wie fühlen sie sich an? Wie stark werden sie sein? Woran erkennst Du, wenn es wirklich losgeht? In diesem Artikel findest Du die wichtigsten Informationen rund um die verschiedenen Wehenarten in der Schwangerschaft und während der Geburt.

Was sind Wehen?

Bei Wehen handelt es sich um Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur, die während der Schwangerschaft und der Geburt ausgelöst werden. Doch Wehe ist nicht gleich Wehe – sie variieren je nach Phase der Schwangerschaft beziehungsweise Geburt. Jede Wehenart hat eine andere Funktion, um Deinen Körper auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten oder sie voranzutreiben. Du wirst wahrscheinlich spüren, dass sie sich in ihrer Intensität und Frequenz unterscheiden. Da jede Frau Schmerzen anders empfindet, ist es allerdings nicht immer ganz einfach, die einzelnen Kontraktionen strikt voneinander zu trennen. Trotzdem kann es hilfreich sein, die Merkmale der unterschiedlichen Wehenarten zu kennen, da nicht alle Wehen zwangsläufig ein Signal dafür sein müssen, dass die Geburt losgeht. Zu lernen, die Wehenarten zu unterscheiden, kann Dir Sicherheit geben und helfen einzuschätzen, wann es Zeit ist, Dich auf den Weg ins Krankenhaus zu machen.

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Wehen vor der Geburt

  • Frühwehen oder vorzeitige Wehen

    Als Frühwehen oder vorzeitige Wehen werden Kontraktionen bezeichnet, die vor der 36. Schwangerschaftswoche auftreten können. Du erkennst sie daran, dass sie mit mehr als drei Wehen pro Stunde in relativ kurzen Intervallen auftreten und sich die Schmerzen zunehmend verstärken. Es kann sein, dass die Wehen von wässrigem oder blutigem Ausfluss begleitet werden. Bei Frühwehen ist Vorsicht geboten und Du solltest in jedem Fall Deine Ärztin/Deinen Arzt oder Deine Hebamme informieren, wenn Du vorzeitige Kontraktionen bei Dir feststellst. Nicht immer sind die Wehen ein Zeichen für eine verfrühte Geburt, da sich der Muttermund erst ab etwa fünf bis sechs Wehen pro Stunde öffnet. Dennoch sind die vorzeitigen Wehen oft ein Warnsignal des Körpers bei körperlicher und/oder seelischer Überlastung und ein dringendes Zeichen dafür, dass Du Dir Ruhe und Entspannung gönnen solltest. Vermutlich wird Dir Deine Ärztin/Dein Arzt bei vorzeitigen Wehen außerdem Magnesium empfehlen, das eine krampflösende Wirkung hat. Wenn andernfalls ein Risiko für Dich oder Dein Baby bestehen könnte, wird sie/er Dir unter Umständen auch einen Wehenhemmer geben, um die Kontraktionen einzudämmen.

  • Braxton-Hicks-Kontraktionen oder Übungswehen

    Die Übungswehen oder Braxton-Hicks-Kontraktionen wirst Du wahrscheinlich im Laufe Deiner Schwangerschaft, noch mehrere Wochen vor der eigentlichen Geburt, erleben. Auch wenn es sich zunächst sicher ungewohnt anfühlt, sind die Kontraktionen ganz normal und kein Grund zur Sorge. Ab dem zweiten Trimester, etwa zwischen der 20. und 35. Schwangerschaftswoche, „trainiert“ Deine Gebärmuttermuskulatur in Vorbereitung auf die Geburt. Die Wehen treten unregelmäßig und nicht öfter als dreimal pro Stunde auf und dauern zwischen 30 Sekunden und einer Minute. Sie sind nicht schmerzhaft, sodass manche werdenden Mamas sie gar nicht bewusst wahrnehmen. Vielleicht spürst Du, wie Dein Bauch hart wird und sich kurze Zeit später wieder entspannt – das ist ein Zeichen für die Übungswehen, die auch als Wilde Wehen bekannt sind. Treten sie häufiger als drei- bis viermal pro Stunde beziehungsweise mehr als zehnmal pro Tag auf oder sind von Ausfluss oder Blutungen begleitet, solltest Du Dich sicherheitshalber an Deine Ärztin/Deinen Arzt oder Deine Hebamme wenden.

  • Vorwehen und Senkwehen

    Zu Vorwehen kann es im dritten Schwangerschaftstrimester kommen, etwa ab der 36. Schwangerschaftswoche. Sie kündigen an, dass die Geburt in wenigen Wochen bevorsteht und bereiten Deinen Körper darauf vor. Vorwehen kannst Du daran erkennen, dass sie in unregelmäßigen Intervallen auftreten und relativ schmerzfrei sind. Es kann sein, dass Du sie als heftiges Ziehen in Rücken und Leistengegend wahrnimmst oder einen verstärkten Druck auf Deine Blase spürst.

    Häufig gehen die Kontraktionen, wenn die Geburt näher rückt, nahtlos in die Senkwehen über. Ihr Zweck ist es, den Kopf Deines Babys in Dein Becken und somit in Geburtsposition zu bringen. Auch zu Senkwehen kann es etwa ab der 36. Schwangerschaftswoche kommen. Die Kontraktionen unterscheiden sich recht deutlich von den Vorwehen, da sie als deutlich schmerzhafter empfunden werden und Du den Druck, den der Kopf Deines Kindes auf den Beckenboden auslöst, vermutlich spüren wirst. Falls Dir der wachsende Babybauch Probleme beim Atmen oder Essen bereitet, können Dir die Senkwehen und die veränderte Position Deines Babys Erleichterung verschaffen. Auch von außen ist häufig gut zu erkennen, wenn die Senkwehen den Kopf des Babys ins Becken schieben: Der Babybauch senkt sich dann ein sichtbares Stück ab. Die Senkwehen starten den Countdown zur Geburt, oft dauert es dann nur noch wenige Tage, bis es soweit ist. Falls Du die Senkwehen als sehr schmerzhaft empfindest oder Du Dich unwohl fühlst, kannst Du ruhig schon die gelernten Atemtechniken aus dem Geburtsvorbereitungskurs anwenden. Auch ein warmes Bad kann Dir Erleichterung schaffen.

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Wehen während und nach der Geburt

Einige Frauen befürchten, dass sie die Geburtswehen mit Vor- oder Senkwehen verwechseln könnten und so nicht bemerken, wenn die Geburt tatsächlich losgeht. Diese Sorge ist jedoch meist unbegründet. Die tatsächlichen Geburtswehen lassen sich nur noch schwer ignorieren, sind deutlich intensiver und treten in regelmäßigeren Abständen auf. Du erkennst sie auch daran, dass sie vermutlich rund um den errechneten Geburtstermin auftreten und unter Umständen mit leichtem Durchfall verbunden sind. Auch wenn jede Frau die Wehen anders erlebt, berichten die meisten Mütter rückblickend, dass sie die Geburtswehen aufgrund der veränderten Intensität ohne Probleme von den Vorwehen unterscheiden konnten.

  • Eröffnungswehen

    Die Eröffnungswehen geben den Startschuss für die Geburt und markieren gleichzeitig ihre längste Phase. Ab der 37. Schwangerschaftswoche kannst Du mit den Eröffnungswehen, die den Muttermund auf bis zu 10 cm öffnen, rechnen. Die Kontraktionen treten zunächst unregelmäßig auf, werden dann intensiver und kehren alle zwei bis zehn Minuten wieder. Jede Eröffnungswehe dauert circa anderthalb Minuten und viele Frauen vergleichen sie mit intensiven Menstruationsschmerzen, die zunehmend stärker werden. Versuche während der Eröffnungswehen möglichst ruhig und tief zu atmen und die Wehenabstände zu messen. So kannst Du den Fortschritt der Geburt beobachten und abschätzen, wann es Zeit für den Weg ins Krankenhaus oder – falls Du eine Hausgeburt planst – den Anruf bei Deiner Hebamme ist.

  • Presswehen

    Mit den Presswehen beginnt der Höhepunkt der Geburt, die sogenannte Austreibungsphase. Sobald der Muttermund komplett geöffnet ist, schließen die Presswehen direkt an die Eröffnungswehen an. Sobald Du die intensiven Wehen in sehr kurzen Abständen spürst, ist es Zeit, Dein Baby durch den Geburtskanal nach draußen zu pressen. Auch wenn die Wehen in dieser finalen Geburtsphase sehr anstrengend sind, verleiht Dir der Gedanke, Dein Baby kurz darauf in den Armen zu halten, sicher noch einmal ungeahnte Kräfte.

  • Nachgeburtswehen

    Unmittelbar nachdem Du Dein Baby auf die Welt gebracht hast, beginnen die sogenannten Nachgeburtswehen. Diese dauern noch einmal bis zu 15 Minuten und sorgen dafür, dass auch die Plazenta, mit der Dein Baby während der gesamten Schwangerschaft verbunden war, abgestoßen wird. Die Nachgeburtswehen sind deutlich schwächer als die Presswehen und vergleichbar mit starken Menstruationsschmerzen.

  • Nachwehen oder Stillwehen

    Auch wenn es zunächst sonderbar klingen mag: Auch in den Tagen nach der Geburt kommt es weiterhin zu Wehen. Die Nachwehen unterstützen die Gebärmutter nach der Geburt bei der Rückbildung und Blutstillung. Beim zweiten, dritten oder vierten Kind sind die Nachwehen oft stärker, da die Gebärmutter mehr Kraft aufwenden muss, um sich wieder auf ihre ursprüngliche Größe zusammenzuziehen. Auch wenn Du stillst, spürst Du die Nachwehen womöglich stärker: Da beim Stillen das wehenfördernde Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird, sind die Nachwehen auch als Stillwehen bekannt.

Wie fühlen sich Wehen an?

Eine Frage, die sich wohl die meisten Frauen vor der Geburt stellen, ist, wie sich die Wehen anfühlen und ob sie mit großen Schmerzen verbunden sein werden. Leider – oder vielleicht glücklicherweise ;) – ist diese Frage im Voraus schwierig zu beantworten. Das Empfinden der Wehen und die Intensität der Schmerzen während der Geburt ist ganz individuell und hängt unter anderem von der physischen und psychischen Verfassung der Mutter ab. Wenn Du angespannt bist und der Gedanke an die Geburt Dir im wahrsten Sinne des Wortes Bauchschmerzen bereitet, könnte ein Hypnobirthing-Kurs das Richtige für Dich sein. Dort werden zur Vorbereitung auf eine angstfreie Geburt unter anderem Atem- und Entspannungsübungen vermittelt. Ein Ansatz im Hypnobirthing ist es beispielsweise, die Wehen als Wellen zu bezeichnen. Der Gedanke dahinter ist, dem Wort den schmerzhaften, negativen Charakter zu nehmen, den der Begriff Wehen zwangsläufig weckt. Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, was sich hinter dem Hypnobirthing verbirgt, findest Du die wichtigsten Informationen zu dieser Form der Geburtsvorbereitung in unserem Beitrag „Hypnobirthing – Angstfrei in die Geburt“.

Wann sollte ich mich auf den Weg ins Krankenhaus machen?

Gerade beim ersten Kind sind Eltern oft unsicher, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, sich auf den Weg ins Krankenhaus zu machen oder bei einer Hausgeburt die Hebamme zu informieren. Im Nachhinein berichten die meisten, dass sie viel zu früh in die Klinik gefahren sind. Ein guter Richtwert sind die Abstände und die Länge der Wehen. Misst Du regelmäßige Wehenabstände von zehn Minuten oder weniger und dauern die Kontraktionen länger als 30 Sekunden ist es wahrscheinlich bald soweit und Du kannst Dich für die letzte Phase der Geburt ins Krankenhaus begeben. Wenn Du unsicher bist, kannst Du auch einfach im Kreissaal oder bei Deiner Hebamme anrufen. Die Geburtsexpertinnen/-experten können Dir sicher helfen einzuschätzen, wie weit die Geburt bereits fortgeschritten ist. Ohne Umschweife solltest Du Dich bei einem vorzeitigen Blasensprung, vaginalen Blutungen, Schmerzen über die Wehen hinaus, Fieber oder erhöhter Körpertemperatur, Augenflimmern, Übelkeit oder Schwindel auf den Weg ins Krankenhaus machen.

Deine Hebamme beziehungsweise das Krankenhauspersonal wird entweder durch Abtasten oder mithilfe eines Wehenschreibers (oder CTG für Cardiotocography) Deine Wehentätigkeit prüfen. Sie können auch ertasten, wie weit Dein Muttermund bereits geöffnet ist. Je nachdem, wie weit die Geburt fortgeschritten ist, wirst Du direkt in den Kreissaal gebracht oder musst noch etwas warten. Falls Du sehr früh in die Klinik gefahren bist, kann es auch sein, dass Du zunächst wieder nach Hause geschickt wirst. Das ist überhaupt nicht schlimm, im Zweifel fühlst Du Dich danach etwas beruhigt und kannst die kommenden Wehen besser einordnen.

Auch wenn Dir bei dem Gedanken an die bevorstehenden Wehen und die Schmerzen bei der Geburt möglicherweise etwas mulmig zumute wird: Jede Wehenart erfüllt ihren eigenen Zweck und bringt Dich Deinem Baby ein Stück näher. Schon die richtige Vorbereitung und eine positive Sicht können Dir dabei helfen, den Wehen etwas angstfreier entgegenzublicken und entspannter in die Geburt zu gehen.