Schwangere Frau hält eine Tasse Himbeerblättertee in der Hand.

Wehen fördern

Alles über Himbeerblättertee und andere Hausmittel

So schön eine Schwangerschaft auch ist, gegen Ende kann es sein, dass Du die Geburt nicht mehr abwarten kannst. Es gibt beinahe unendlich viele Hausmittel, die der Entbindung Deines Babys angeblich auf die Sprünge helfen sollen. Von Himbeerblättertee bis Treppensteigen ist da alles dabei. Aber was hilft wirklich? Wir haben das Wichtigste zum Thema Wehen fördern für Dich gesammelt.

Ab wann kannst Du die Wehen fördern?

Zunächst einmal: Bitte sprich immer erst mit Deiner Frauenärztin/Deinem Frauenarzt über alle Maßnahmen zur Wehenförderung. Wenn Dein Baby sich besonders viel Zeit lässt und keine Geburtsanzeichen auftreten, könnt ihr am besten gemeinsam über das weitere Vorgehen entscheiden, denn nicht alle wehenfördernden Mittel sind für jede Schwangere geeignet. Sorgen musst Du Dir normalerweise auch keine machen, denn jedes Baby hat seinen ganz eigenen Zeitplan und die wenigsten kommen zum errechneten Entbindungstermin zur Welt - stattdessen gelten alle Geburten zwischen der 37. und 42. Schwangerschaftswoche als termingerecht.

Sobald Du das „Go“ von Deiner Ärztin/Deinem Arzt beziehungsweise Deiner Hebamme hast, kannst Du die verschiedenen Hausmittelchen zur Wehenförderung ausprobieren. Ganz allgemein gilt aber: Du solltest erst nach dem Verstreichen des errechneten Entbindungstermins damit anfangen und nur, wenn Du gesund bist und Deine Schwangerschaft ohne Probleme und Risiken verlaufen ist. Vor der Geburtsreife werden Hausmittel ohnehin keine Wirkung haben.

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Himbeerblättertee, Nachtkerzenöl und Co.

Um viele Nahrungsmittel ranken sich Gerüchte, dass sie eine wehenfördernde Wirkung haben. Das bekannteste unter ihnen ist wohl der Himbeerblättertee. Viele Hebammen und auch viele Mütter berichten von seiner Wirksamkeit. Wissenschaftlich nachgewiesen ist diese nicht, aber in Maßen verzehrt kann der Tee auch nicht schaden - vielleicht wird Deine Hebamme ihn Dir sogar als mildes Mittel empfehlen. Dem Naturheilmittel wird nachgesagt, dass es die die Mutterbänder kräftigt und lockert sowie die Durchblutung der Gebärmuttermuskulatur fördert. Auch, wenn der Himbeerblättertee allein nicht als geburtseinleitendes Mittel ausreicht, solltest Du mit dem Trinken frühestens ab der 36. Schwangerschaftswoche beginnen und nicht mehr als ein bis zwei Tassen pro Tag zu Dir nehmen. Bei vorzeitigen Wehen, Bluthochdruck, vor einem geplanten Kaiserschnitt oder wenn Du Mehrlinge erwartest, verzichtest Du besser ganz darauf. In jedem Fall solltest Du aber mit Deiner Hebamme sprechen, bevor Du mit der Einnahme des Himbeerblättertees beginnst.

Nachtkerzenöl ist besonders reich an ungesättigten Omega 6 Fettsäuren und fördert so die Bildung von Prostaglandinen im Körper, die wiederum geburtsfördernd wirken können. Nachtkerzenöl in Kapselform findest Du in Apotheken. Du kannst diese ab der 38. Schwangerschaftswoche entweder oral oder vaginal zu Dir nehmen – in jedem Fall solltest Du die Einnahme jedoch vorher mit Deiner Hebamme absprechen. Hebamme Sissi empfiehlt Nachtkerzenöl vor allem dann als Option, wenn der Geburtsbefund in der 38. Schwangerschaftswoche noch sehr unreif, der Muttermund also noch hart ist.

Scharfem Essen wird ebenfalls eine wehenfördernde Wirkung nachgesagt. Wenn Du Schärfe in der Schwangerschaft grundsätzlich gut vertragen hast, spricht nichts dagegen, das auszuprobieren. Mehr Tipps für die Ernährung während Deiner Schwangerschaft findest Du in unserem Artikel dazu.

Bewegung und Sex

Leichte, sanfte Bewegung (vorausgesetzt, Du fühlst Dich danach) kann dafür sorgen, dass Du Dich entspannst und das Köpfchen Deines Babys weiter ins Becken rutscht. Beides kann Deine Wehen fördern. Gut dafür geeignet sind Spaziergänge oder Schwangerschaftsyoga. Achte dabei darauf, dass Du dabei nicht allein bist und immer eine Möglichkeit hast, Hilfe zu holen ­– schließlich kann die Geburt jederzeit losgehen!

Auch Sex kann durch das dabei ausgeschüttete Hormon Oxytocin sowie die im Sperma enthaltenen Prostaglandine und die stärkere Durchblutung des Beckens eine wehenfördernde Wirkung haben. Auch hier gilt: Erlaubt ist, womit Du Dich wohlfühlst. Höre da am besten ganz genau auf Deinen Körper.

Hebamme Sissi empfiehlt außerdem die Stimulation der Brustwarzen, um die Geburt auf natürliche Art und Weise leicht „anzustupsen“: Denn auch durch das Reiben oder Zwierbeln der Brustwarzen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das wehenanregend wirkt.

Einläufe

Ein Einlauf mit Wasser kann insofern wehenfördernd wirken, als dass ein voller Darm den Gebärmutterhalteapparat ungünstig belasten und so den Beginn der Geburt behindern kann. Auch die durch den Einlauf verstärkte Darmbewegung kann spontan Wehen auslösen. Beim Einlauf wird mit einem kleinen Klistier ein wenig lauwarmes Wasser in den Enddarm gedrückt – das geht ganz schnell und tut nicht weh. Wenn Du gerne einen Einlauf hättest, sprich auch dies vorher mit Deiner Hebamme ab. Sie kann Dich zur richtigen Durchführung beraten oder Dir sogar beim Einlauf behilflich sein.

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Baden und Massage

Ein Bad bei etwa 38 Grad Celsius lockert durch die Wärme Deine Bauch- und Beckenmuskeln und stimuliert Deine Gebärmutter. Zusätzlich kannst Du Badezusätze wie Nelken- oder Ingweröl zur Anregung der Wehentätigkeit verwenden. Am besten badest Du nicht länger als 20 Minuten und niemals, wenn Du allein in der Wohnung bist, falls Du Kreislaufprobleme bekommen solltest oder die Geburt losgeht.

Sanfte Bauchmassagen sind ebenfalls eine Möglichkeit, die Wehen anzuregen. Auch dabei kannst Du ätherische Öle wie Zimt-, Ingwer-, Eisenwurz- oder Nelkenöl verwenden (am besten aus der Apotheke oder von Deiner Hebamme). Wenn Du Düfte nicht so gut verträgst, ist auch unser unparfümiertes LILLYDOO Mandelöl gut dafür geeignet. Du kannst auch verschiedene Öle mischen, ganz wie es Dir gefällt. Die Kombination aus sanftem Druck und den ätherischen Ölen stimuliert die Muskulatur der Gebärmutter.

Eine weitere, entspannte Art und Weise, der Geburt auf die Sprünge zu helfen können Meditation und die innerliche Verabschiedung dieser besonderen Phase der Schwangerschaft sein. Denn, so betont Hebamme Sissi: „Babys werden aus der Ruhe heraus geboren. Wenn Du entspannt und ganz bei Dir bist, kann auch das einen positiven Einfluss auf den Beginn der Geburt haben.“

Schlussendlich ist es aber mit den Wehen wie mit allen Aspekten von Schwangerschaft und Geburt: Sie haben ihren ganz eigenen Zeitplan. Schließlich ist jede Schwangerschaft und auch jede Schwangere ganz individuell. Mache Dir also bitte keine Gedanken, wenn Dein Baby sich nicht an einen Zeitplan hält. In Absprache mit Deiner Hebamme und Deiner Ärztin/Deinem Arzt wirst Du die passende Unterstützung zum Start der Geburt bekommen, wenn es notwendig ist. Wir wünschen Dir eine wunderschöne Geburt und Kennenlernzeit mit Deinem kleinen Entdecker!

Häufig gestellte Fragen

Die Wirksamkeit von Hausmitteln ist medizinisch nicht belegt, viele Schwangere und Hebammen berichten aber davon. In Absprache mit Deiner Ärztin/Deinem Arzt spricht nichts dagegen, eine Einleitung mit sanften Mitteln zu versuchen.

Du solltest solche Mittel immer erst nach dem Überschreiten des Geburtstermins einnehmen und wenn Du gesund bist und Deine Schwangerschaft ohne Komplikationen verlief.

Ja, Sex kann durch das ausgeschüttete Hormon Oxytocin und die in den Spermien enthaltenen Prostaglandine die Wehen fördern.

Himbeerblättertee wird eine Wirkung als wehenförderndes Hausmittel nachgesagt. Mit dem Trinken von Himbeerblättertee solltest Du frühestens ab der 36. Schwangerschaftswoche beginnen. Sprich die Einnahme des Hausmittels am besten zusätzlich mit Deiner Hebamme ab.

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