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Geburt & Wochenbett Path 2 Created with Sketch. Faszination Plazenta
Faszination Plazenta

Faszination Plazenta

Was Du über den Mutterkuchen wissen solltest

Die Plazenta ist ein wundersames Ding. In Deinem Bauch versorgt sie neun Monate lang Dein ungeborenes Baby. Sie ist das einzige Organ, das nach seinem Gebrauch vom Körper wieder abgestoßen wird. Gleichzeitig ist das der Grund, weswegen sie das von der Wissenschaft bislang am wenigsten untersuchte Organ ist: Kurz nach der Geburt verliert der Mutterkuchen seine Funktion und um das ungeborene Kind nicht zu gefährden, wird auf umfassendere Forschungen während der Schwangerschaft verzichtet. In diesem Artikel geben wir Dir einen Einblick in die Informationen, die über die Plazenta bekannt sind. Du erfährst, was der Mutterkuchen eigentlich ist, wie er sich bildet, was nach der Geburt mit ihm passiert und welche Komplikationen im Zusammenhang mit der Plazenta auftreten können.

Der Begriff Plazenta stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Kuchen“. Daher auch die Bezeichnung Mutterkuchen. Nach der Einnistung der befruchteten Eizelle entwickelt sich die Plazenta sowohl aus embryonalen Zellen als auch aus mütterlichen Zellen der Gebärmutterschleimhaut. Sie besteht aus einer Ansammlung feiner Blutgefäße, die von weichem Bindegewebe umgeben sind, und wächst parallel mit dem größer werdenden Embryo zu einem scheibenförmigen Organ heran.

Plazenta

Dieses haftet bis zum Ende der Schwangerschaft an der Gebärmutterwand – entweder an der Rück- oder an der Vorderwand. Beides ist vollkommen normal. Es kann lediglich sein, dass Du die Bewegungen Deines Babys erst später im Schwangerschaftsverlauf spürst, wenn die Plazenta an der Vorderwand sitzt. In der Regel ist der Mutterkuchen am Ende der Schwangerschaft etwa 3 cm dick, hat einen Durchmesser von rund 20 cm und wiegt 500 g.


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Welche Funktion erfüllt die Plazenta?

Hauptaufgabe der Plazenta ist die Versorgung des heranwachsenden Kindes mit Sauerstoff, Nährstoffen, Vitaminen und Wasser aus dem mütterlichen Blut. Der Embryo ist über die Nabelschnur mit dem Mutterkuchen verbunden. In die andere Richtung werden Kohlendioxid und Abfallprodukte aus dem kindlichen Blut in den mütterlichen Blutkreislauf entsorgt. In der Plazenta fließen also Blut der Mutter und Blut des Kindes, ohne sich jedoch zu vermischen. Die beiden Blutkreisläufe werden von der sogenannten Plazentaschranke getrennt, die gleichzeitig als eine Art Filter fungiert. So wird das Ungeborene beispielsweise vor Viren und Bakterien geschützt. Die Membran ist jedoch nicht für alle Substanzen undurchlässig, sodass Alkohol, Nikotin und auch manche Medikamente sie ungehindert passieren und dem Baby schaden können.

Wann und wie scheidet eine Frau die Plazenta aus?

Im Normalfall kommt es etwa zehn bis 15 Minuten nach der eigentlichen Geburt des Kindes zu ein oder zwei starken Nachgeburtswehen, durch die sich die Plazenta von der Gebärmutterwand löst und zusammen mit dem Rest der abgeschnittenen Nabelschnur über den Geburtskanal abgestoßen wird. Da der Geburtsprozess physiologisch erst mit der Nachgeburt beendet ist, gratulieren Hebammen der frischgebackenen Mutter dem Brauch nach erst dann. Die Hebamme stellt außerdem fest, ob der Mutterkuchen vollständig ist. Verbleiben Reste davon in der Gebärmutter, med. Plazentaretention, kann es zu starken Blutungen kommen, die eventuell eine Ausschabung, im Fachjargon Kürettage bzw. Curettage genannt, notwendig machen.


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Welche sonstigen Komplikationen können in Bezug auf die Plazenta auftreten?

  • Plazenta praevia: Manchmal kommt es vor, dass sich der Mutterkuchen im unteren Teil der Gebärmutter befindet und damit den Muttermund verdeckt (med. Plazenta praevia). Ist das der Fall, ist eine vaginale Geburt nicht möglich und ein Kaiserschnitt notwendig.
  • Plazentainsuffizienz: Bei etwa zwei bis fünf Prozent aller Schwangeren kommt es vor, dass die Nähr- und Sauerstoffversorgung über die Plazenta nur ungenügend oder gar nicht gewährleistet ist. Eine sogenannte Plazentainsuffizienz kann im schlimmsten Fall für das Ungeborene lebensbedrohlich sein und einen Notkaiserschnitt notwendig machen.
  • Verkalkung: Dass die Plazenta gegen Ende der Schwangerschaft beginnt zu verkalken, ist nicht zwangsläufig ein Grund zur Sorge. Es handelt sich um eine ganz normale Alterserscheinung, schließlich ist das Organ nur auf eine begrenzte Nutzungsdauer ausgelegt. Rauchen, Alkoholkonsum, Krankheiten oder auch schlicht Veranlagung können jedoch dazu führen, dass die Plazenta stärker und in früherem Schwangerschaftsstadium verkalkt. Starke Verkalkungen können zu einer Plazentainsuffizienz führen, die entsprechende Maßnahmen erforderlich macht.
  • Vorzeitige Plazentalösung: Wenn auch sehr selten, kann es sein, dass sich die Plazenta bereits während der Schwangerschaft ablöst, zum Beispiel verursacht durch einen Sturz. Je nach Größe der Ablösungsstelle handelt es sich dabei unter Umständen um eine für Mutter und Kind lebensgefährliche Komplikation, die gegebenenfalls zu einem Notkaiserschnitt führt.

Auch wenn Komplikationen nicht völlig ausgeschlossen werden können, brauchst Du Dir keine unnötigen Sorgen zu machen. Deine Ärztin/Dein Arzt werden die Funktion und den Zustand Deiner Plazenta bei den Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig überprüfen. Deine Plazenta leistet Großartiges und versorgt Dein Baby in der Regel problemlos mit allem, was es braucht.

Wir wünschen Dir eine unkomplizierte Schwangerschaft! :)